Three for Team 2016 – RoadTrip nach Arenzano

22. Februar 2016 in Trailrunning

Mein erster Wettkampf in Italien. Das erste Team-Race seit langer Zeit. Technische Trails auf einer sensationeller Strecke. Das war das Three for Team – Trailrennen in Arenzano bei Genua in Ligurien/ Italien.

Vor zwei Wochen fragte mich Carsten von Rock’n Trail spontan ob ich Lust hätte im 3-er Team in Italien zu laufen. 21 Kilometer mit satten 1.100 Höhenmetern. Zu Dritt starten und zu Dritt im Ziel ankommen. Lange musste ich nicht überlegen, besorgte mir das in Italien notwendige ärztliche Attest und sagte zu.

Gemeinsam mit Bujalin aus Kreuzlingen, ein 2:55 Marathoni, wollen wir die Trails rund um Arenzano bei Genua glühen lassen.

Am Vierwaldstättersee entlang Richtung Gotthard

Am Vierwaldstättersee entlang Richtung Gotthard

Da der Lauf am Sonntag um neun Uhr startet, fahren wir bereits am Samstag Vormittag los. Durch die Schweiz über den Gotthard ins Tessin und weiter an Mailand vorbei zur Mittelmeer-Küste. Den Kaffee macht Carsten direkt im Auto. Da ist keine Pause nötig. Irgendein neues Spielzeug hat er immer dabei. Meine Vermutung er wohnt in einer Lagerbox verstärkt sich.

Kaffee self-made

Kaffee self-made

Am frühen Nachmittag sind wir in Arenzano und checken im GrandHotel ein. Ein Zimmer für uns Drei und ein Bad wie eine Kathedrale. Der Blick aus dem Fenster zeigt uns die Berge auf welche wir morgen rennen werden. Das Wetter ist phantastisch und ich überlege ernsthaft kurze Hosen anzuziehen. Doch der Wind ist zu frisch.

Ausblick vom Zimmer auf die morgige Strecke

Ausblick vom Zimmer auf die morgige Strecke

Durch Arenzano

Unten in der Registration treffen wir die Macher vom italienischen Trailrunning-Magazin „Soulrunning“ und holen unsere Startnummer. Team Rock’n Trail hat die 122. Sagenhafte 170 Teams sind gemeldet. Jeweils mit drei Mitgliedern. 510 Teilnehmer in den Klassen Männer, Damen und Mixed. Ob ein Trailrennen dieser Art in Deutschland auch diesen Anklang finden würde? Leider bezweifle ich dies.

Grandhotel Arenzano und die Berge im Hinterland

Grandhotel Arenzano und die Berge im Hinterland

Bis zur offiziellen Begrüßung am Abend haben wir noch Zeit und erkunden Arenzano. Ein kleines Städtchen welche im Sommer vor Menschen überquillt. Doch heute ist es angenehm. Wir haben Hunger und holen uns ein Panini. Der Hammer. Ich könnte direkt zwei oder mehr essen. Doch morgen ist Renntag und jedes Kilo muss über den Berg mitgeschleppt werden.

Blick auf das Mittelmeer und Genua

Blick auf das Mittelmeer und Genua

Im Park läuft gerade das Bambini-Trailrace für die ganz Kleinen. Eine richtige Start- oder Ziellinie sucht man vergebens. Ist auch egal. Alle Kids haben einen riesigen Spaß die Runde quer durch den Park zwischen den Bäumen zu laufen. Zu meinem erstaunen werden drei Runden gelaufen. Eine lange Strecke und sogar mit Höhenmetern. Doch keiner kippt um alle strahlen um die Wette als es die Urkunden und Finisher-Geschenke gibt.

Manchmal ist so etwas einfaches wie laufen das Beste was es gibt. Kann ich vollkommen nachvollziehen.

Bambini-Race

Bambini-Race

Bambini-Race

Bambini-Race

Essen auf Italienisch

Die Autofahrt und der Rundgang hat uns müde gemacht und wir legen uns noch eine Stunde ins Bett. Punkt 20 Uhr sind wir am Zelt wo die Eröffnung stattfinden soll. Keiner da. Klar, Italien!
Doch keine fünf Minuten später füllt es sich, wir treffen die Jungs von SoulRunning und werden herzlich vom Organisator begrüßt. Sie sind stolz und glücklich, dass ein ausländisches Team an den Start geht. Bei der ersten Austragung im letzten Jahr waren nur italienische Teams auf der Strecke.

Das Buffet der Pre-Race Party

Das Buffet der Pre-Race Party

Während der Reden wird das Buffet mit allerlei Köstlichkeiten gedeckt. Schnittchen, Pizza-Teile, Quiche, CousCous und und und. Wir laden die Teller voll und essen was wir können. Sehr lecker und wir sind schnell voll.

Jetzt kommt der Hauptgang. Ach das war noch nicht alles? Natürlich nicht. Wir sind in Italien.

Ich lasse das Fleisch weg und futtere noch ein paar Kroketten. Und dann kommt das Dessert…

Etwas Dessert

Etwas Dessert

Ehrlich! Ich habe es versucht zu widerstehen. Hat nur nicht geklappt. Pannacotta und Tiramisu waren zu verführerisch. Und morgen laufen wir es wieder weg.

Raceday – über Steine und durch Bäche

Der Morgen beginnt stürmisch und kühl. Leider ist es bewölkt. Das Wetter gestern wäre toll gewesen. Doch positiv: Es ist nicht so warm. Ideales Wettkampf-Wetter.

Der Renntag begann stürmisch und sehr kühl.

Der Renntag beginnt stürmisch und kühl.

An dieser Stelle muss ich mich etwas entschuldigen. Die perfekten Trailrunning-Fotos kann ich heute nicht bieten. Ich hatte die Kamera falsch eingestellt und während des Rennens keinen Nerv es zu richtn. Sorry. Das nächste Mal!

Für Italien ungewöhnlich machte es den Anschein als ob es pünktlich um 9:30 Uhr los geht. Der Startbereich füllte ich mit den Teams. Und wir mittendrin.

Startinie in der Stadt

Startinie in der Stadt

Der Veranstalter war immer noch völlig begeistert und wir wurden interviewt. Als Background-Musik lief die deutsche Nationalhymne. Sehr bewegend. Ich musste etwas grübel wann ich es das letzte Mal vor einem Sportevent, als Sportler, die Hymne gehört habe. Es muss 2011 in Kambodscha gewesen sein.

Inzwischen geht auch mei Arsch auf Grundeis. Die Beiden sind wesentlich schneller als ich. Bujalin legt eine 2:55h auf der Straße bei Marathon hin und Carsten ist halt auch fixer unterwegs. Und ich? Eher schleppend im Vergleich. Ich versuche eine Taktik auf zu stellen das sie sich nicht langweilen und ich nicht rumdödele. Locker angehen, Berg hoch etwas Gas rausnehmen und im Downhill fetzen lassen. Schauen wir mal.

Das Team Rockn-Trail am Start

Das Team Rockn-Trail am Start

Pünktlich werden die 170 Teams auf die Strecke geschickt. Zunächst geht es durch den Park auf der Bambini-Race Strecke. Es entzerrt sich, doch an einer Treppe kommt es zum Stau. Glück für mich. Es ging schon sehr schnell los und so habe ich nochmal die Chance Luft zu holen.

Im Park von Arenzano

Im Park von Arenzano

Stau kurz nach dem Start im Park

Stau kurz nach dem Start im Park

Es geht in Schlangenlinien wieder zum Ausgang und dann auf die Straße den Berg hoch. Das Feld hat sich durch die enge Passage in die Länge gezogen. Wir sind mitten drin. Meine beiden Team-Kollegen schlagen ein gutes Tempo an. Ich kann einigermaßen folgen und muss nicht gehen. Immer wieder schauen sie zu mir zurück.

Das Tempo ist trotzdem hoch. Gerade zwei Kilometer gelaufen und schon bin ich durchgeschwitzt. Es ärgert mich das LongSleeve angezogen zu haben. Viel zu warm. Doch ausziehen ist keine Option. Dauert zu lange und wäre zu schwer im Rucksack.

Aufwärts durch Arenzano

Aufwärts durch Arenzano

Jetzt wird es steiler. Keine Chance mehr zu laufen. Im Stechschritt schaffe ich es dennoch einige Teams zu überholen. Inzwischen ist es aber schon schwierig zu sehen wer zu welcher Mannschaft gehört. Die Taktiken sind unterschiedlich. Ob wir eine haben? Keine Ahnung, eigentlich wollen wir Spaß!

Endlich geht es auf den Trail. Er ist so schmal das ein überholen nicht möglich ist. Ich reihe mich nur wenige Meter hinter Bujalin ein. Inmitten mehrerer Teams in gelben Shirts. Über 400 Höhenmeter auf drei Kilometer. Das ist steil und ich spüre meine Beine. Doch es geht erstaunlich gut und ich kann in der Gruppe mit halten ohne den Anschluss zu meinem Team zu verlieren. Der Puls geht durch die Decke und die meine Atmung ist eher ein röcheln.

Der erste Anstieg über Arenzano

Der erste Anstieg über Arenzano

Der Blick über Arenzano und das Mittelmeer ist phantastisch. Wenn es jetzt noch perfektes Wetter gewesen wäre, wären wir langsamer unterwegs weil wir immer wieder schauen würden.

Der Weg ist teilweise matschig und die Stufen und Steine sehr unterschiedlich. Einen Rhythmus zu finden ist unmöglich. Der Schweiß tropft von der Kappe. Vor mir hat sich eine Lücke gebildet und ich kämpfe mich an meinem Vordermann vorbei um wieder zu Carsten zu kommen. Bujalin ist schon weiter oben.

Der erste Anstieg ist geschafft

Der erste Anstieg ist geschafft

Geschafft. Der erste Anstieg ist bewältigt und es geht sanft auf einem flowigen Panorama-Trail am Hang entlang. Die Gruppen um mich legen ein Tempo an: Uff! Doch ich kann folgen. In einer 5er Pace. Autsch!

Keine Sekunde dürfen wir Unachtsam sein. Jeder Tritt sollte bedacht sein. Der Weg sieht fluffig aus, aber ist eine Bestie. Immer wieder kleine Stufen, Steine und Risse. Der Trail erfordert Aufmerksamkeit.

Panorama Trail über Arenzano

Panorama Trail über Arenzano

Und trotzdem kann ich den Blick in die Bucht hinunter geniessen. Es macht tierisch Spaß. So soll Trailrunning sein.

Wildes Rodeo ins Tal

Bevor es zum zweiten Anstieg geht werden wir erstmal ein Stück ins Tal geschickt. Was für ein Downhill! Wir sind nur auf 300m Seehöhe, doch dieser Pfad muss sich nicht hinter alpinen Wegen verstecken. Es macht einfach Laune und ich fliege an aneren Teams vorbei. Carsten und Bujalin folgen mir und wir können einige Plätze gut machen. Eine kleine Lücke entsteht und vielleicht können wir beim Anstieg vermeiden wieder überholt zu werden.

Klappt. Fast. Zwei Teams ziehen an mir vorbei und auf dem flacheren „normalen“ Weg (Forstweg und dennoch steinig mit der Garantie umzuknicken) nochmalig Zwei. Ärgerlich. Es sind die Gelb-Hemden die dann wieder den Downhill verstopfen. Doch wie ich auch kämpfe, ich kann nur entfernt dran bleiben.

Abermals geht es steil und steinig hinab. Die verlorenen Meter kann ich wieder aufholen und im wilden Rodeo-Downhill laufe ich sogar auf Carsten auf.

Bei Kilometer Acht gibt es Getränke und unser Team ist wieder zusammen. Da wir nicht viel benötigen rennen wir schnell weiter und machen wieder Plätze gut.

Trails like Mallorca

Trails like Mallorca

Die Landschaft ist teilweise karg, dann wieder waldig, aber immer steinig. Ein wenig erinnern mich Abschnitte an Mallorca. Andere wiederrum an Madeira.

Der Trail ist gut zu laufen und wir machen Tempo. Mit langen Schritten versuche ich Anschluß zu halten und schaffe es. Die Gelb-Hemden sind nicht mehr in Sicht. Eher bergab folgen wir dem Tal bis zum Ende. Dort müssen wir die Seite wechseln und einen Bach queren. Stau.

Bach-Querung

Bach-Querung

Wir sind wieder nah vereint, doch die gelbe Macht kommt leider auch von hinten. In einer Linie queren wir den Bach und klettern eher denn laufen durch das Unterholz um wieder zum Pfad zu gelangen. Ein kleiner abenteuerlicher Abschnitt, der aber nicht der Letzte gewesen sein sollte.

Wilde Trails

Wilde Trails

Es geht ein Stück den Berg hoch und ich muss kämpfen. Mein Magen schwankt zwischen „Ich habe Hunger“ und „Neeeiinnn, nichts essen!“ hin und her. Ich muss einige Teams passieren lassen. Ärgerlich, aber noch sind es 10 Kilometer und einige Höhenmeter.

Schwieriger und anstrengender Anstieg

Schwieriger und anstrengender Anstieg

Die Cola-Drops helfen. Ich reihe mich wieder Mitten in den gelben Teams ein. Der Uphill wird immer steiler und biegt in ein Nebental. Ich versuche das Tempo zu halten und irgendwie dran zu bleiben. Bujalin und Carsten sehe ich nicht. doch geht es auch kurvenreich durch den Wald.

Und hinter der nächsten Kurve: Fixseilpassage! Wieder etwas Stau. Angekündigt als „Technische Passage“ bietet sich ein Zusammenspiel auf rutschigem Fels, kühlem Bach, schmalen Tritten und ein Fixseil auf der falschen Seite (für mich).

Eine von drei Seilpassagen

Eine von drei Seilpassagen

Doch die Helfer vom Roten Kreuz haben perfekte Arbeit geleistet und die Stelle entschärft. Insgesamt ist die Strecke, obwohl weit in den ergen, sehr gut gesichert und betreut. Verlaufen ist unmöglich und an fast jeder Ecke feuert dich jemand an oder sichert Teile.

Noch zwei Bäche und zwei Seilpassagen kommen. Beide schaffe ich ohne Mühe. Wie das wohl bei Regen wäre?

Es geht wieder bergauf und ich muss wiederrum ein paar Läufer passieren lassen. Ich glabe es ist der letzte Anstieg und dauert noch. Lieber langsam um dann für die letzten Kilometer noch genug Kraft zu haben.

Alles Madeira oder was?

Zu meinem erstaunen geht es jetzt steil in Serventinen nach unten. Leider kann ich nicht überholen. So stark die Gelb-Hemden hinauf sind, desto schwächer sind sie bergab. Hätte ich das gewusst, ich hätte gekämpft um vor denen zu bleiben um im Downhill vielleicht an mein Team aufzuschliessen.

Doch was nutzt meckern. Ich bleibe artig dahinter. Esse und trinke, mache Bilder und bringe meinen Puls wieder in angenehme Regionen. Nur der Kopf ist noch angestrengt. Der Weg ist schwierig und immer wieder bremsen die Vorläufer.

Bujalin steht auf einmal am Trail. Er hat gewartet und fragt ob ales gut geht. Ja, geht es. Er sieht noch so fit aus, als wäre er gerade vom Spa gekommen. Nicht mehr weit und auf einer wunderschönen Steinbrücke steht auch Carsten. Hier ist ein Checkpoint den man als Team gemeinsam passieren muss. Einige Teams warten auf Mitglieder. Für mich unverständlich warum man nicht zusammen bleibt.

Bei uns klappt es sehr gut und waren nur eine Minute durch meinen Downhill-Stau getrennt.

Wir rennen weiter und ich muss schmunzeln: Die Brücke sah aus wie auf Madeira. Remember.

Jetzt muss ich lachen. Eine ligurische Levada! Habe ich mich verlaufen? Wer hat von wem abgeschaut?

Entlang auf ligurischen Levadas

Entlang auf ligurischen Levadas

Der Trail ist schmal, aber sehr gut laufbar. Hier sind auch zum erstem Mal keine Steine, sondern fluffiger Boden. Selbst die Mini-Anstiege kann ich rennen und schaffe es an Carsten dran zu bleiben.

Der letzte Uphill

Links in den Wald auf einen Trampelpfad der nicht breiter als mein Unterarm lang. Wir schlängeln uns den Berg hoch in einem Wäldchen. 50 Shades of green Feeling. Carsten sieht nicht gut aus. Akku leer. Wir pausieren und er isst und trinkt etwas.

Verdammt, da überholen uns die Gelb-Hemden wieder. Ich gehe langsam weiter während Carsten noch in den Wald verschwindet. Steil auf einer Wiese mit Heide-Kraut (?!). Wäre es flach, es könnte die Lüneburger Heide sein.

Carsten kämpft sich den letzten Anstieg hochCarsten kämpft sich den letzten Anstieg hoch

Carsten kämpft sich den letzten Anstieg hoch

Bujalin wartet entspannt einige Meter weiter auf uns und wir erreichen gemeinsam den zweiten Verpflegungspunkt. Zwei Becher Wasser mit etwas ISO-Pulver reichen mir. Während Carsten mit Bananen versucht Kraft zu tanken, erfreut sich unser Mazedonisches Teil vom Team an Wasser und Zitrone. Das Leben kann so einfach sein.

Weiter geht es den Berg hoch. Leider schaffe ich wieder den Anschluss nicht. Bergauf ist mein großes Problem. Zwar verliere ich kaum Zeit, aber zweihundert Meter haben wir doch Abstand.

Verpflegungs- und Erste-Hilfe-Station

Verpflegungs- und Erste-Hilfe-Station

Endlich: fünf Kilometer Zielsprint

Der letzte Gipfel ist geschafft. Ab jetzt geht es fast nur noch ins Tal zur Küste. Ins Ziel. Ich fliege über die verblockten Wege und rutsche durch den Schlamm. Genial. Immer wieder rase ich an anderen Teams vorbei und sehe nun auch meine Crew kurz vor mir.

Downhill Richtung Ziel

Downhill Richtung Ziel

Der Rock’n Trail Chef hadert. Akku wieder leer. Ich überhole und schliesse zu Bujalin auf. Langsam rennend lassen wir Carsten aufschliessen. Vorbei an Gärten und Höfen mit Blick auf das Meer und Arenzano wird es nach einem kurzen einfachen Stück wieder steinig und schwer. Ich bleibe in der Nähe von Carsten und nehme Tempo raus. Ihm geht es wohl echt nicht gut. Sonst würde er diese Abschnitte auch fetzen.

Der letzte Downhill

Der letzte Downhill

Die Bilder geben kaum wieder wie schwierig es zu laufen ist. Die kleinen Steine sind fies. Sie sind mal fest und mal locker.

1.000 Möglichkeiten für den perfekten Bänderriss“ wäre der Titel des Buches für den letzten Downhill.

Jetzt wird es wieder flacher und Carsten kommt an mir vorbei während ich mein Foto mache. Ich versuche dran zu bleiben. Ihm scheint es wieder besser zu gehen. Zumindest habe ich große Mühe dran zu bleiben. Es wird fast eben und der Weg einfacher. Am Hang schlänget er sich entlang. Durch den Wald, an Bachläufen vorbei und öfter ein Blick zum Wasser. Carsten sehe ich nicht mehr. Bujalin auch nicht mehr. Ich kämpfe und gebe alles um auf Tempo zu kommen. Doch diese Geschwindigkeit ist nicht meins. Zu schnell.

Mein Puls ist auf 180. Die Pumpe rockt. Und ich werde aus dem Trail auf der Straße ausgespuckt. Hier sind wir vor drei Stunden hoch gelaufen.

Einige Teams, vorallem Gelb-Hemden, warten hier auf ihre Läufer. Doch wo sind meine Beiden?

„Roooobbeeerrrtttooo“ schallt es von weiter unten. Soweit unten sind die schon? Die müssen mächtig Gas gegeben haben. Keine Chance für mich.

Sie verlangsamen das Tempo. Ich hole das Letzte aus mir raus. Steil geht es auf der Straße abwärts. Alle Muskeln brennen und ein Krampf kündigt sich an. Der soll bitte noch bis ins Ziel warten.

Endlich kann ich aufschliessen. Zum Dank geben sie wieder Gas. Doch diesmal kann ich mit halten. Die letzten 300 Meter rasen wir durch die Straßen der Stadt dem Ziel entgegen.

Eine letzte Kurve, der Zielbogen ist in Sicht. Geschafft!

3:14h nach dem Start sind wir wieder am Ausgangspunkt. Ich sinke auf die Knie und versuche Luft zu bekommen. Der letzte Kilometer hat alles gefordert.

Team Rock'n Trail und der Organisator

Team Rock’n Trail und der Organisator

Was für ein Rennen!

Geniale Trails, perfekte Organisation, ein Format (Teamlauf) welches sich etablieren sollte und zwei Mitläufer mit denen es richtig Spaß gemacht hat zusammen am Start zu sein.

Okay, 19 Kilometer hat es Spaß gemacht und zwei Kilometer waren leichter Hass.

Ich gehe in die Bäckerei und hole mir eine große Cola-Flasche. Bujalin füttert Tauben und Carsten tut das was er am liebsten macht: Reden *zwinker*

Bujalin der Tauben-Flüsterer

Bujalin der Tauben-Flüsterer

Eine Dusche finden wir nicht. Die beiden ziehen sich am Auto um. Bujalin hat vermutlich so oder so nicht geschwitzt. Ich schon, daher ab ins Mittelmeer!
Frisch und salzig mit hohen Wellen. Aber besser als schwitzig. Einige Passanten trauen ihren Augen nicht. Sie laufen im Wintermantel und ich gehe im Meer baden.

Bestes Team!

Wir gehen noch zur Siegerehrung. Das Gewinner-Team hat lediglich 1:47h benötigt. Eine Wahnsinns-Zeit. Ich bin aber mit unseren 3:14h auch sehr zufrieden. Eine Sub 3h wäre nur ohne Staus und Hänger bei mir uns Carsten möglich gewesen. Nächstes Jahr dann.

Trotzdem werden wir noch als bestes Team geehrt. Okay, das beste ausländische Team. Okay, wir waren das Einzige ausländische Team. Egal, wir freuen uns trotzdem sehr.

Bis zum nächsten Jahr!

Danke an Soulrunning und Rock’n Trail für die Einladung, Bujalin für das geduldige Warten und fahren und den Organisatoren für dieses großartige Event.

Mehr Informationen unter threeforteam.com

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