006 – Das perfekte Outdoor-Selfie

7. September 2016 in FotografiePodcastTrailrunning

(egal ob) für Trailrunning, Wanderer oder Yoga-Fans
Vielleicht kennst du eines der vielen Bilder auf denen ich beim Trailrunning selbst fotografiert bin, jedoch völlig alleine unterwegs war. Viele fragen wie ich das denn mache?! Und genau das möchte ich heute beantworten.

Werbung: Alle mit * gekennzeichneten Links sind Werbelink, auch "Affiliate-Links" genannt. Für dich als Benutzer entstehen keine zusätzlichen Kosten oder Gebühren. Solltest du etwas kaufen erhalte ich eine kleine Provision dafür. Dies ermöglicht mir weiterhin diese Seite zu betreiben, zu leben oder neues Equipment zu beschaffen. Mehr Informationen findest du hier.

eBook "Das perfekte Trailrunning-Foto"

eBook „Das perfekte Trailrunning-Foto“

Besonders vor Wettkämpfen bin ich gerne alleine unterwegs um die Strecke kennen zu lernen. In meinem Tempo und ohne Rücksicht auf andere Mitläufer nehmen zu müssen. Dort anhalten wo es mir gefällt und ein tolles Foto entstehen könnte.

Das bedingt natürlich die Perfektionierung des Selfies. Eine Erweiterung der Serie „Das perfekte Trailrunning-Foto„.

Mein liebstes Selfie an der Boca do Risco auf Madeira. Die Kamera liegt auf einem Felsvorsprung.

Mein liebstes Selfie an der Boca do Risco auf Madeira. Die Kamera liegt auf einem Felsvorsprung.

Was ist eigentlich dieses „Selfie“?

Im Grunde ein Bild von dir selbst. Die meisten Läufer-Selfies werden mit ausgestrecktem Arm oder mit dem Selfie-Stick (liebevoll von mir Deppenzepter genannt) gemacht. Besonders bei Kameras mit Weitwinkelobjektiven wie z.Bsp. Der GoPro kann es durchaus zu guten Ergebnissen führen.Bei normalen Objektiven und Brennweiten jenseits der 24mm wird es jedoch schon wesentlich schlechter.

Selfie mit dem Arm und der GoPro. Mit dem Weitwinkel hast du noch einiges mehr als nur dich selbst drauf.

Selfie mit dem Arm und der GoPro. Mit dem Weitwinkel hast du noch einiges mehr als nur dich selbst drauf.

Bei Kameras ohne Weitwinkelobjektiv ist der Bildausschnitt nicht so wirkungsvoll.

Bei Kameras ohne Weitwinkelobjektiv ist der Bildausschnitt nicht so wirkungsvoll.

Gut wenn du einen langen Arm und Weitwinkel hast. Das angewachsene Deppenzepter.

Gut wenn du einen langen Arm und Weitwinkel hast. Das angewachsene Deppenzepter.

Vitamin Berge in dein Postfach

Kein Spam. Kein Scheiß


Bitte beachte die Datenschutz-Erklärung.

Ebenfalls ist ein Punkt das du vielleicht nicht nur dich, sondern auch die Umgebung mit auf dem Selfie haben magst.

Und da wird es komplizierter.

Lösungen für das perfekte Outdoor-Selfie

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten um ein besseres Selfie z.Bsp. beim Trailrunning zu fotografieren.

  1. Selbstauslöser
  2. Reihenaufnahme
  3. Remote-Auslöser

1. Selbstauslöser

An (fast) jeder Kamera gibt es die Möglichkeit des Selbstauslöser mit unterschiedlichen Intervallen vom Start bis zur Auslösung.
Der große und entscheidende Nachteil an dieser Variante ist klar der Stress und das Timing. Bei den meisten Apps hast du nur 10 Sekunden Zeit. In dieser kurzen Spanne korrekt in die Bewegung des Laufens und vor allem in die richtige Position zu kommen erfordert viel Übung und Nerven.

Auf dem iPhone kann die normale Foto-App dienlich sein. Diese hat einen Selbstauslöser mit 1sek/ 3sek und 10sek Intervall integriert. Meine Empfehlung ist die kostenfreie „TimerCam“ App. Dort kann der Intervall auf 5/10/15/30 sek eingestellt werden. Auch gut ist „Auto Cam“ App mit 5/10/15/20 Sekunden und der Möglichkeit bereits zur Auslösung Filter über das Bild zu legen (würde ich erst im Nachgang machen).

Vorteile

  • Günstig und fast in jeder Kamera verfügbar

Nachteile

  • Stress durch kurze Intervalle
  • Keine ordentlich Laufbewegung oder entfernen von der Kamera möglich

Anwendung:
Eignet sich bei spontanen Momenten in denen du tatsächlich nur z.Bsp. das Smartphone dabei hast.

2. Reihenaufnahme

In manchen Kameras (z.Bsp. GoPro oder Garmin Virb) besteht die Möglichkeit in bestimmten Intervallen immer wieder ein Bilder zu speichern. Die Einstellungen gehen meist von 1sek bis 10sek Intervallen.

Vorteile

  • Du hast die Möglichkeit dich auch weiter von der Kamera zu entfernen
  • Du hast Zeit um die perfekte Bewegung auszuführen
    Du hast eine Menge an Bilder zur Auswahl (bei 60sek im 1sek Intervall immerhin 60 Bilder)

Nachteile

  • Bilderflut. Du musst die vielen Bilder sichten und auch die Festplatte bzw. Speicherkarte sollte nicht zu klein sein.

Anwendung:
Eignet sich bei spontanen Momenten in denen du tatsächlich nur z.Bsp. das Smartphone dabei hast.

Tipp: Öffne auf deinem Rechner den Ordner mit den Bildern und stelle die Miniaturansicht auf „groß“ ein. So kannst du ganz schnell schon die Bilder aussortieren auf denen du nicht bist oder die wirklich shit sind.

Yoga Selfie über dem Pitztal auf der Mittagskogelscharte.

Yoga Selfie über dem Pitztal auf der Mittagskogelscharte.

3. Remote-Auslöser

Definitiv mein Favorit. Kein Stress und ich kann mich sehr weit von der Kamera entfernen ohne Bildermassen zu verursachen.
Das Wichtigste jedoch: Ich kann durch die Auslösung selbst entscheiden wann ausgelöst wird. So kann ich mich zum Beispiel auch im Sprung fotografieren (und muss nicht hoffen das eines der 60 Aufnahmen diese Szene dabei hat).
Der klare Nachteile ist natürlich im Aufbau der Apparatur. Es benötigt die Technik (Fernauslöser, Stativ) und muss ggf. jedes Mal wieder zusammengebaut werden.

Das Coole bei Remote-Auslösung ist aber das du dich sehr weit von der Kamera entfernen kannst.

Dieses Selfie ist mit Remote-Auslöser entstanden. Die Kamera stand dabei mehr als 200m entfernt. (Im Pitztal)

Dieses Selfie ist mit Remote-Auslöser entstanden. Die Kamera stand dabei mehr als 200m entfernt. (Im Pitztal)

Bei manchen Kameras (na klar, GoPro) ist die Fernauslösung via Bluetooth und auch App möglich. Per App ist natürlich nur suboptimal da ich ja nicht laufend auf dem Smartphone tippend fotografiert werden möchte.

Vorteile

  • Mehr Möglichkeiten in der Bildgestaltung
  • Keine Bilderflut

Nachteile

  • Extra Equipment von Nöten
  • Ggf. Mehr Zeit bei der Vorbereitung

Anwendung:
Wenn du ein richtig gutes, also perfektes, Selfie machen willst und so oder so die große Kamera dabei hast.
Ich benutze für die Canon 5D Mark III das System PIXEL Oppilas/RW-221/L1 Wireless Shutter Remote Control

Selfie auf dem Stubai Gletscher

Selfie auf dem Stubai Gletscher

Schritte/ Aufbau

Hast du den Platz gefunden an welchem du dein Selfie fotografieren möchtest, dann schaue wo du die Kamera hinstellen oder legen kannst. Idealerweise hast du ein Stativ oder GorillaPod dabei und kannst etwas flexibler agieren. Wenn nicht, dann schauen nach Steinen, Felsvorsprüngen oder Bäumen und Ästen wo die Kamera/ Smartphone Stand finden.
Ich bin seit letztem Jahr Besitzer des Braun Table Tripod Travel und begeistert. Leicht, flexibel, robust und klein.

Vorbereitung für das Selfie mit Remote-Auslösung und großem Objektiv

Vorbereitung für das Selfie mit Remote-Auslösung und großem Objektiv. Stativ ist das Braun Table Tripod Travel.

Beachte bei der Positionierung der Kamera und Auswahl des Bildmotives immer die Lichtsituation. Gegen das Licht ist schwierig. Auch extreme Kontraste bei hell/ dunkel sollten vermieden werden. Dies kann zu Schwierigkeiten bei der Nachbearbeitung bzw. Scharfstellung führen.

Die Scharfstellung ist ebenfalls eine große Herausforderung. Bei Smartphone oder Actioncam hast du meist keine Möglichkeit darauf Einfluss zu nehmen. Du musst hoffen das das ganze Bild scharf ist bzw. es dich irgendwie fokussiert. Bist du mit deiner Spiegelreflexkamera (DSLR) unterwegs dann schalte in die manuelle Fokussierung/ Scharfstellung um, suche dir den Punkt aus wo du später entlang laufen möchtest bzw. stehst, und schärfe diesen. Manches Mal hat mir auch ein Stock oder Ast geholfen den richtigen Punkt scharf stellen zu können.
Kleiner Vergleich: Im Fernsehen haben Moderatoren meist ein Kreuz oder eine Linie auf dem Boden. Dort müssen sie stehen damit sie die Kamera perfekt erwischt. Hier ist es das gleiche Prinzip.

Selfie vor der Kulisse des Damma-Gletschers

Selfie vor der Kulisse des Damma-Gletschers

Um die richtige Belichtung zu testen empfehle ich ein Probebild zu machen.

Und hast du alles aufgebaut und eingestellt, dann kann es los gehen. Viel Spaß und Erfolg.

P.S.: Ich freue mich über dein Beispielbild. Und wenn du Fragen dazu hast, gerne in die Kommentare schreiben.

Und ganz am Ende der Pro-Tipp schlechthin: Wenn du mit Stativ, Spiegelreflexkamera, Remote-Auslöser und und und unterwegs bist … vergewissere dich beim weiter gehen ob du alles dabei hast. Das spart nervige und ärgerliche Suchaktionen. ;-)

Meinungen & Diskussion

Ich freue mich auf rege Diskussionen und vor allem deine Meinung.
Bitte beachte vor dem Schreiben deiner Meinung/ Kommentar bitte die Datenschutzerklärung.

  1. Sehr schöne Anleitung, danke dafür! An sich bin ich ja bestens ausgerüstet, was Smartphone, Actioncam und DSLR angeht… aber eine wichtige Komponente fehlt: die Geduld. Solch beeindruckende Selfies zu machen braucht ja einiges an Planung und Geduld. Und die bringe ich meist zum Training nicht mit. Daran muss ich arbeiten, aber dein Artikel macht Lust darauf, mir mehr Zeit dafür zu nehmen.

    1. Kommentatoren Gravatar Robert sagt:

      Danke dir. Stimmt schon, es braucht etwas Zeit. Deswegen muss das Commitment von Anfag an klar sein: Entweder ich gehe laufen/ trainieren oder aber ich lasse mir Zeit und habe auch Bock Fotos zu machen. Dann schleppe ich gerne auch das Equipment den Berg mit hoch.

  2. Kommentatoren Gravatar Ralph sagt:

    Hallo Rob!
    Danke für den tollen Beitrag und natürlich die Podcastfolge.

    Den mit Thomas habe ich mir noch nicht angehört, kommt aber später.

    Einen Tipp für alle die eine Fenix 3 und ein iPhone nutzen (vermutlich auch andere Garmin User die iQ-Apps nutzen, Epix geht aber leider nicht), hätte ich noch.

    Die App „CamRemote“ für iOS ist eine (in der Basisversion gratis) Kameraapp, die vor allem ein Feature hat:

    Mit Hilfe der Musikapp auf der Fenix 3 (die sonst ja eher unnütz ist), kann man das iPhone per BT auslösen, oder auch ein Video starten/ stoppen. Die Reichweite des BT ist ja bei der Kombination mit 10-20m ganz ok.

    Man kann die Uhr dazu natürlich auch in die Hand nehmen, aber meist fällt das auf den Bildern nicht so auf.

    Viele Grüße und weiter so!
    Ralph

    1. Kommentatoren Gravatar Robert sagt:

      Cool Ralph, danke für den Tipp!
      Jetzt nur noch die Fenix3 haben :-)

  3. Kommentatoren Gravatar Ralph sagt:

    Sorry, vergessen (kannst du vielleicht noch oben einfügen):
    http://trailgierig.com/2016/08/28/app-tipp-camremote-photos-per-fenix-3-ausloesen

    Viele Grüße
    Ralph

  4. Hallo Robert,
    die Sache mit dem Selfie habe ich sehr interessiert verfolgt. Jetzt habe ich eine konkrete Frage. Ich bin mir ehrlich gesagt nicht 100%ig sicher, was ich brauche um meine narzistische Ader ausleben zu können. :-) Ich würde gern einfache Selfies von mir beim Laufen durch die heimischen Wälder machen. Zur Verwendung in sozialen Medien. Gelegentlich mal ein Video wäre auch super. Also habe ich mir die GoPros angesehen und schwanke zwischen der einfachen GoPro Hero (die gibt es ja schon ab 139€, also nicht die Hero4) und die GoPro Session. Die kostet 70€ mehr, ist aber wesentlich kompakter und wasserdicht. Zur Bedienung der Session: Mein Handy ist sowieso immer dabei. Hättest Du vielleicht einen Rat?

    1. Kommentatoren Gravatar Robert sagt:

      Hi Sascha,
      Wenn du die 70€ hast dann definitiv die wasserdichte Version nehmen. Da solltest du dann auch alles haben was man braucht. Denn die GoPro kann alle drei Varianten. Das ist schon extrem cool.

  5. Kommentatoren Gravatar Ralph sagt:

    Hallo Sascha,
    die GoPro Session 4 ist (ohne Gehäuse) bis 10m wasserdicht, also nicht wirklich zum Tauchen geeignet. Aber da gibt es auch Gehäuse. Die normale wird ja mit einem (40m) wasserdichten Gehäuse geliefert.
    Ein großer Vorteil der Session ist, dass der Ton sehr gut ist, das ist bei den anderen Modellen nicht mehr der Fall, wenn mal das Gehäuse montiert ist (zumindest nicht in wasserdicht, es gibt da noch eine offene Rückklappe).
    Die Session 4 kann ich durchaus empfehlen. Da kann man eben keinen Akku wechseln, wie bei den größeren Modellen (3er und 4er Serie). Die kleine Hero habe ich auch aber da nutze ich nie.

    Viele Grüße
    Ralph

  6. Kommentatoren Gravatar Sascha sagt:

    Vielen, vielen Dank für eure Rückmeldung! Leider wurde ich darüber nicht benachrichtigt. Ich werde die GoPro Session mal unbedingt testen. Der Formfaktor ist ja wirklich richtig klasse. Vielen Dank. Ich werde berichten. :-)

  7. Kommentatoren Gravatar Dominik sagt:

    Ich nutze für meine „Selfies“ eine APS-C-DSLM mit Festbrennweite (bislang eine Samsung NX300 mit 45mm f1.8 Objektiv – sehr bald dann voraussichtlich eine Sony Alpha 6500 mit größerem Dynamikumfang und großem Pufferspeicher). Die bringt ca. 600 g auf die Waage und passt mit wasserdichtem Beutel problemlos in den kleinen Salomon-Laufrucksack (3L/5L).
    Manchmal bietet sich ein sehr kompaktes Dreibeinstativ – deutlich kleiner als das im Beitrag – als Helferlein an. Das muss nicht größer sein als eine Softflask. Oftmals genügt aber auch ein passender Stein oder Felsbrocken.
    Eine GoPro habe ich mir auch schon mal testhalber geliehen, fand die Ergebnisse aber ziemlich mäßig. Wenn man gewohnt ist, mit RAW-Files von einem größeren Sensor zu arbeiten, ist eine GoPro schlicht ziemlich enttäuschend. …auch wenn sie noch so kompakt und leicht ist.

    Hier einige Beispielaufnahmen (mit der DSLM):
    – alle Aufnahmen Selfies: http://dominik-briselat.de/2015/08/13/skyracing-im-auge-des-riesen-mils/
    – Titelbild-Selfie: http://dominik-briselat.de/2016/07/23/neues-aus-der-zweiten-heimat/
    – weitere Beispiele auf Instagram: https://www.instagram.com/dominikbriselat/ (z.B. http://dominik-briselat.de/wp/wp-content/uploads/2014/07/10.jpg)

    1. Kommentatoren Gravatar Robert sagt:

      Danke Dominik für deine Ausführung.
      Welche GoPro nutzt du denn? Ab 4 kann sie ja RAW

  8. Kommentatoren Gravatar Dominik sagt:

    Ich hatte damals eine GoPro Hero 3 Black Edition getestet, also ohne RAW. Durch den kleinen Sensor bleibt’s aber auch bei den aktuellen Geräten bei (etwas besserer) Smartphone-Bildqualität. In diesem Sinne: Nice to have, aber kein Ersatz für eine „richtige“ Kamera.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.