#002: Florian Schütz – Ernährung beim (Ultra)Trail

14. Juli 2016 in Essen und SchlafenPodcastTrailrunning

Teurer Urin, Cola-Konsum und Kässpatzen-Gel. Im Gespräch mit Florian über Ernährung bei längeren (Trailrunning)-Touren.

Freestyle Episode mit Florian Schütz zum Thema Ernährung vor, beim und nach dem Lauf.

Leider ist uns das Wetter nicht ganz geheuer und es regnet wie aus Giesskannen. Daher müssen wir improvisieren und die geplante Aufnahme auf dem Rubihorn ins Tal nach Oberstdorf verlegen. Die Themen Downhill-Technik und FKT (Fastest Known Time) passen hier natürlich gar nicht hin. Daher gibt es den „Ernährungs-Quickie“.

Im Hintergrund hört man den Bach rauschen. Wenn jemand eine Idee hat wie ich solche Geräusche im GarageBand filtern oder leiser machen kann, her damit und danke schon mal vorab. Dadurch sind unsere Stimmen leider etwas leiser und der einsetzende Regen während unseres Gespräches machte es nicht besser.

Disclaimer: Mit dem Essen ist es wie mit dem (Liebes-)Partner: Jeder steht auf etwas anderes bzw. verträgt nicht alles. Daher der Hinweis: Nur weil es bei Florian oder mir klappt heisst das nicht das es bei dir klappt. Probiere es im Training!

Verpflegung Partnachalm

Verpflegungsstation Partnachalm beim Zugspitz UltraTrail

Florian ist staatlich examinierter Diätassistent (Ernährungsberatung/Ernährungstherapie) und ein sehr erfahrener UltraTrail-Läufer. Besonders der Walser UltraTrail im letzten Jahr brachten ihn an seine Leistungsgrenzen. 65km mit 4.500 Höhenmetern bei widrigsten Bedingungen mit Regen und Kälte forderten alles von seinem Körper.

Die Ernährung bei langen Läufen, dies gilt aber auch bei langen Wanderungen, ist entscheidend für den Erfolg der Tour. Wir reden darüber warum er Vegetarier ist, was vor, während und nach dem Lauf gut ist, aber auch darüber das Bier währenddessen keine Schandtat ist.

Chia Samen - Wunderwaffe des Ausdauersportlers?

Chia Samen – Wunderwaffe des Ausdauersportlers?

Auch die gute alte Banane, den Kaffee, die Cola und das Salz-Thema sprechen wir an.

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Und wer erfindet endlich das Kässpatzen-Gel?!

Ich hoffe du kannst für dich den ein oder anderen Tipp für deine nächste Bergtour mitnehmen. Ob Trailrunning oder Wandern spielt keine Rolle: Den Magen musst du immer gut beschäftigen.

Übrigens: Alle Informationen zum Walser UltraTrail findest du unter tri-team-kleinwalsertal.com/walsertrailchallenge. Ich bin dieses Jahr selbst auf der Ultra-Distanz am Start nachdem ich im letzten Jahr nur am Gottesacker fotografiert hatte.

Mehr über Florian und seine Coaching-Angebote findest du auf seiner Website unter summitsforthesoul.de

Florian auf der Strecke des Arosa Trailrun an der Hörnlihütte

Florian auf der Strecke des Arosa Trailrun an der Hörnlihütte

Das Gespräch zum nachlesen

Robert
Live aus Oberstdorf, von der Schattenberg-Schanze. Heute zusammen mit Florian Schütz. Etwas Freestyle. Eigentlich wollten wir hoch aufs Rubihorn, aber das Wetter war uns nicht …
Florian
Geheuer.
Robert
… geheuer. Von daher. Es regnet schon die ganze Zeit und genau, eigentlich wollten wir über Downhill-Technik, und über Fastest Known Time gegenüber Wettkämpfen reden. So machen wir heute einfach einen Quickie. Kurz zur Ernährung, aber vielleicht erst mal kurz zu dir, Florian. Wer bist du? Was machst Du?
Florian
Ja ich bin der Flo. Ich bin 31, laufe auch seit ein paar Jahren hier auf den schönen Trails, hier in den Bergen, habe auch einen Abschluss in Ernährung, auch wenn ich da nicht so viel mache im Moment und ja, habe nebenbei auch so ein bisschen, so ein kleines Business, wo ich versuche die Leute bisschen zu coachen und zu betreuen und ja, das ist eigentlich so das, was ich im Moment mache, wenn ich nicht laufe.
Robert
Okay. Du wohnst ja hier in Oberstdorf. Deine Hausstrecke, die sieht man dort vielleicht so ein bisschen, der Faltenbachtobel.
Florian
Ja oder hier der Schattenberg, da rechts.
Robert
Genau, Schattenberg. Da war ich noch nicht drauf. Das ist mir noch nicht so …
Florian
Da müssen wir nochmal hoch gehen.
Robert
Ja, genau. Irgendwann mal. Ernährung: Du hast mir vor einer halben Stunde erklärt, obwohl wir jetzt uns, glaube ich, seit zwei Jahren kennen, ungefähr …
Florian
Irgend so was. Ja.
Robert
… dass Du Vegetarier bist. Wusste ich jetzt nicht. Warum?
Florian
Ich würde mal sagen zur Hälfte ethische Gründe, zur Hälfte gesundheitliche Gründe. Ich war als Kind schon immer sehr, ja, tierlieb und, weiß nicht, Tiere haben mich immer schon sehr interessiert und fasziniert und ich habe dann aber auch eine ganze Weile lang halt ganz normal Fleisch und Fisch gegessen. Ich war aber nie so der Fleischesser, so bei meinen Eltern gab es auch nie so wirklich Fleisch. Wir haben halt eher Fisch gegessen, ab und zu und, ja, irgendwann so vor fünf, sechs Jahren habe ich mir mal mehr mit der Thematik halt beschäftigt, auch so wirklich, wie wird das gehalten und, ja, hergestellt, produziert und das war halt dann für mich der Punkt, wo ich gesagt habe: „Nee, ich will das erst Mal aus dem ethischen Grund nicht mehr.“ und ich das Zweite ist halt, also ich bin halt jetzt der Meinung auch, durch mein Wissen, sage ich mal, man braucht nicht unbedingt Fleisch um gesund zu sein. Also die Benefits sind für mich, die man jetzt durch den Konsum hat, sind jetzt nicht so wirklich, dass ich sage: „Ich brauche das.“ und deswegen. Es gibt ja oft auch so den Mythos, dass gerade so die Läufer oder die Sportler, brauen viel Eiweiß und da braucht man viel Fleisch und Fisch und das lässt sich aber auch alles gut vegetarisch decken.
Robert
Okay und musst du dann irgendetwas, du sagst es schon, man muss es irgendwo anders sich herholen. Ich esse jetzt auch keinen Fisch. Ich überlebe es trotzdem, aber ich esse Fleisch. Nicht viel, aber ich esse Fleisch. Wie machst du das dann? Also es gibt ja jetzt, keine Ahnung, Chia und so weiter. Was machst du da oder gibt es da irgendwie …
Florian
Meinst du jetzt speziell für das Eiweiß oder für die Nährstoffe.
Robert
Genau, also alles was man so da quasi auf Distanzen oder in den Bergen braucht.
Florian
Also generell mal, es gibt ja oft so die … Ja es hält so ein bisschen der Mythos, gerade die Sportler, da hat man extrem erhöhten Eiweißbedarf, aber nach meiner Erfahrung ist das eigentlich nicht so, also man kann das auch, wenn man jetzt kein Fleisch und keinen Fisch ist, kann man das super decken, zum Beispiel über Hülsenfrüchte, die auch jede Menge Eiweiß haben, zum Beispiel Kichererbsen und so was, Bohnen, weiße Bohnen, schwarze Bohnen. Das esse ich zum Beispiel auch generell selber gerne und von daher ist das, glaube ich, kein Problem da wirklich, also es bekommt jetzt, glaube ich, keiner eine Eiweißmangelversorgung, weil er kein Fleisch oder keinen Fisch isst.
Robert
Also musst du trotzdem eigentlich auf nichts verzichten, kannst laufen. Ich weiß das du schnell bist und genau. Wie läuft bei dir so eine Wettkampfvorbereitung, also morgen ist der Nebelhorn-Berglauf, also der geht genau da hoch eigentlich.
Florian
Ja.
Robert
Da starten wir beide.
Florian
Ja.
Robert
Doch du startest auch?
Florian
Ja. Ich starte auch.
Robert
Genau und meine Vorbereitung bestand heute auf der Seealpe oben mit Äpler-Makkaroni, also schön Makkaroni, fett Käsesoße drauf, dazu ein Bier. Wie schaut es bei dir aus?
Florian
Du meinst so spezifische Ernährung vor dem Wettkampf? Also der Tag davor?
Robert
Genau, also wenn es jetzt zum Beispiel bist du den Walser UltraTrail, der ja wirklich nicht ohne ist, mit 65 km und 4.500 Höhenmetern. Was hast du da den Tag vorher gegessen?
Florian
Was ich einen Tag davor gegessen habe, weiß ich gar nicht.
Robert
Ungefähr.
Florian
Wahrscheinlich relativ normal, also was ich sonst auch esse, irgendwie Abends halt bisschen Kohlenhydrate, viel Gemüse, Salat, was wir generell essen. Also ich esse da nichts Spezielles. Essen oft auch Abends mal irgendwie Kartoffeln. Finde ich halt generell ganz gut. Ich bin nicht so der Nudel- oder Pastafan. Es gibt ja oft auch das Carboloading vor den Wettkämpfen. Ja also ich finde eigentlich Kartoffeln, Gemüse so Salat, das ist eigentlich so bei uns, gibt es generell oft und wahrscheinlich irgend so was gegessen, aber kann auch mal eine Pizza sein oder so. Ich bin da nicht so spezifisch, dass ich jetzt so die eine Mahlzeit habe, die ich jetzt unbedingt essen muss, vor einem Wettkampf und zum Beispiel in der Früh, da ist zum Beispiel der Walser-Ultra, hast du gesagt.
Robert
Der beginnt um sechs Uhr. Da läuft er an, genau.
Florian
Der fängt um sechs Uhr an. Da steht man ja auch schon relativ früh auf. Ich glaube ich bin um vier Uhr oder so aufgestanden und da mache ich es eigentlich inzwischen immer relativ gleich. Also ich trinke einfach nur einen schwarzen Kaffee, ohne alles, möglichst stark und dann esse ich, d a gibt es vom Müller, gibt es so Bio-Fruchtriegel. Da esse ich immer so einen Kokosriegel. Der hat relativ viel Energie und halt auch Kohlenhydrate, ja und den finde ich ganz lecker und das passt.
Robert
Der extra starke Kaffee. Man sagt ja Kaffee ist entwässernd.
Florian
Ja.
Robert
Bei mir ist es jetzt eher die Cola. Gleiches Phänomen oder gleiche Auswirkung. Viel Koffein entwässert. Trinkst du dann noch extra mehr, damit du das wieder ausgleichst, oder ist das eigentlich Wurst?
Florian
Mehr Wasser meinst du?
Robert
Ja.
Florian
Nein eigentlich nicht.
Robert
Oder ist das ein Mythos, dass das entwässernd ist?
Florian
Ja, es kommt immer darauf an. Es kommt auch auf deinen Konsum an. Zum Beispiel bei uns ist es eigentlich immer gleich. Meine Freundin und ich, wir trinken in der Früh, zum Frühstück trinken wir jeder einen Espresso und dann am Nachmittag nochmal einen und im Normalfall war es das auch. Ich hatte auch schon fahren, zum Beispiel auch, wo ich nach München gefahren bin, immer hin und zurück, da habe ich auch viel mehr Kaffee getrunken und da habe ich schon auch gemerkt, dass ich öfter auf das Klo muss und auch ein bisschen, ja … Ich will nicht sagen dehydriert, aber ich habe auch einfach mehr Durst gehabt. Ich würde sagen, das kommt immer auf die Dosis an.
Robert
Okay.
Florian
Generell bei Kaffee ist halt, ja gerade auch so im professionellen Ernährungsbereich. Es gibt 50 Studien es ist gut. Es gibt 50 die sagen es ist schlecht. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte und moderat.
Robert
Was sagen die zu Cola?
Florian
Ja, das Problem bei der Cola ist ja eigentlich generell, dass du halt quasi leere Energie hast, also quasi leere Kohlenhydrate und die verbrennst du halt schnell und du hast danach auch schneller wieder Hunger. Das wird auch, wenn du ein Rennen machst oder so, deine Cola trinkst, vielleicht gibt dir die in dem ersten Moment einen relativ guten Energiepush, aber das verpufft dann halt auch schnell wieder.
Robert
Okay.
Florian
Und …
Robert
Jetzt hast du gesagt: Kaffee, ein bisschen was zu Essen …
Florian
Ja.
Robert
… und während des Wettkampfes? Gerade 65 km. Ich weiß nicht, wie lange brauchst du unterwegs?
Florian
9:40h oder so?
Robert
Da kriegt man ja doch schon mal Hunger zwischendurch.
Florian
Ja.
Robert
Der Mythos Banane, ich glaube der hält sich noch ganz wacker. Ist da was dran? Hilft Banane, also wenn man es verträgt natürlich?
Florian
Ja also generell. Ich esse ganz gerne auch mal so Früchte Bananen, Orangen oder so was. Auch mal Gurken oder, was gibt es noch? Es gibt noch Tomaten. Wenn es funktioniert klar. Bei mir ist es oft so, gerade wenn ich länger laufe, dann habe ich nicht so Lust auf etwas Festes und ja, ich sage mal der Walser Ultratrail Das waren auch unter zehn Stunden. Das ist jetzt, für mich persönlich, ist das eher was kürzer oder mittlere Zeit wo ich unterwegs bin und da funktionieren für mich eigentlich am besten Gels, hauptsächlich, aber ich esse mal zwischendrin mal eine Banane oder eine Orange oder so, wenn ich etwas brauche. Bei mir ist es oft, ich habe keine Lust dann irgendwie etwas zu kauen oder so und gerade, weil kennst du ja selber, wenn du dann schon ein paar Stunden unterwegs bist und bist ein bisschen K.O., deine Herzfrequenz ist eh höher, dann finde ich es halt oft auch schwierig, wenn du dann noch etwas kaust, zusätzlich. Gerade wenn du vielleicht hoch gehst dann, nach der Verpflegung. Das ist glaube ich auch das wo viele oft dann so ein bisschen Probleme mit dem Magen kriegen.
Robert
Wie viele Gels nimmst du da mit, Durchschnitt, also so ganz grob?
Florian
Also im Groben, das hört sich ein bisschen krass an, aber ich esse schon so alle 20 Minuten ein Gel. Das sind ungefähr, das sind dann so ungefähr 300 Kalorien und 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde und das ist eigentlich auch so das Maximum, was der Körper aufnehmen kann. Du kannst auch mehr essen. Du kannst jetzt auch fünf essen, aber es wird halt nicht resorbiert.
Robert
Also kann man das so ein bisschen vergleichen mit dem was man zu Nahrungsergänzungsmitteln sagt, das ist eigentlich nur teurer Urin, also wenn man zu viel davon nimmst, dann geht es eh wieder raus, also es bringt eigentlich gar nichts. Ich bin jetzt nicht so ein Geljunkie. Also ich brauche es zwar eigentlich auch flüssig, aber ich kann nach dem dritten Gel, kann ich das Zeug einfach nicht mehr riechen, weil es so widerlich süß ist. Also ich stürze mich dann eigentlich eher so auf einen schönen Kuchen. Am liebsten Schokoladenkuchen, obwohl ich absolut kein Schokoladenfan bin, also irgendwo macht das doch etwas im Kopf, dass man dann, bei so einem langen Lauf, irgendetwas in sich rein schiebt, was man sonst nie essen würde.
Florian
ja.
Robert
Bei der Zugspitze, Mittenwald, da steht immer mal ein Bier parat …
Florian
Das ist doch cool.
Robert
Ich bin jetzt nicht unbedingt die Vorbildfunktion, was das betrifft, aber es tut einfach gut.
Florian
Ich habe auch schon Bier getrunken in einem Lauf. Bei der Schweiz letztes Jahr, da bei dem Irontrail. Da gab es auch Bier. Das war zwar alkoholfreies Bier, aber die hatten das schon aufgemacht und ohne Kohlensäure. Das fand ich eigentlich auch super, weil es ist halt auch einmal eine Abwechslung von dem ganzen Süßkram. Egal ob das jetzt Gel ist oder Bananen oder Kuchen. Ich glaube das ist auch generell die Herausforderung. Bei mir ist es auch so. Ich esse im Alltag relativ wenig bis gar nichts Süßes, also kein Zucker und so was. Bei mir ist es eher so, die Gels ja das ist jetzt nicht so der Hit, die zu essen, aber ich kann mich da irgendwie schon überwinden und das ist irgendwie auch so ein Mechanismus, dann einfach, dass ich das einfach esse, weil ich weiß: „Boah, das ist Energie“ und weiß, das funktioniert gut. Bei mir ist es jetzt eher so, bei mir, irgendwann hängt mir halt das Süße so zum Hals raus …
Robert
Genau.
Florian
… und dann finde ich es halt ganz gut, wenn es irgendwie ein Brot gibt oder Chips zum Beispiel, finde ich auch relativ cool, also einfach so gesalzene Chips.
Robert
Kartoffelchips, oder …
Florian
Ja. Hast ja auch relativ viel Energie oder relativ viel Fett und ja ich glaube das ist generell oft so bei Rennen, das viele Leute dann sagen: „Ja ich habe da Probleme. Irgendwann konnte ich nichts mehr essen.“ Ich glaube der Trick ist halt herauszufinden, was kann man essen, auch wenn man jetzt zehn oder zwanzig Stunden unterwegs ist. Ich glaube das kann man nur herausfinden, indem man es auch im Training mal ausprobiert.
Robert
Also bei mir ist es eher so, dass ich zu viel esse. Ich habe dann meinetwegen mal kurz in die Erdnussschale gegriffen, dann habe ich Brühe getrunken dann kommen noch Nudeln dazu, dann kommt eine Tomate dazu, ein Stück Kuchen geht auch noch rein und dann renne ich los und dann denke ich mir so: „Oha!“
Florian
Aber du isst dann hauptsächlich an der Verpflegung und dann relativ viel und zwischendrin aber eher nichts.
Robert
Sehr viel. Zwischendurch vielleicht mal ein Gel oder so was. Ich nehme meistens auch noch Kuchen mit, im Rucksack. Das Ding ist nur, ich habe dann öfter mal das Problem, dass es einfach hier eine Kugel draus wird, sich untereinander und dann will es nicht raus.
Florian
Ja. Ich würde mal behaupten, wahrscheinlich isst du dann halt, wie ich gerade sagte mit den 60 Gramm Kohlenhydrate, die du ungefähr pro Stunde verdauen und resorbieren kannst. Wahrscheinlich ist das Problem, dass du dann einfach zu viel auf einmal isst und dann hast du die ganze Matsche im Magen quasi und dann ist dein Körper, weil für das Verdauen braucht der Körper dann auch wieder mehr Blut und dann entzieht er dir das Blut aus anderen Körperteilen und dann denkst du halt: „Oh, warum bin ich so schlapp?“, dabei ist dein Körper einfach mit Verdauen beschäftigt.
Robert
Also ist deine Empfehlung eher so, gerade für die langsamen Läufer eher, die eh Zeit haben, also gefühlt mehr Zeit haben, als jetzt die schnellen, die wirklich die ganze Zeit durchrennen und Platzierungskämpfe austragen: Was mitnehmen, unterwegs essen.
Florian
Ja, vor allem halt regelmäßig essen. Lieber, zum Beispiel, du kannst jetzt auch den Kuchen mitnehmen und dann isst du, als Beispiel, ein großes Stück, isst du halt das erste Drittel bei der Verpflegung und dann in 20 Minuten das Andere und dann 40 Minuten später den Rest. So kommst du ja im Grunde auch auf das, was zum Beispiel drei Gels sind und, wie gesagt, ich glaube es ist auch egal… Im Grunde ist es auch egal, was du isst, solange es für dich funktioniert, aber wenn du es halt regelmäßig isst. Was ich jetzt zum Beispiel mal ausprobieren will den Sommer, einfach so ein bisschen selber machen, so Kartoffeln, sowieso eine Art Kartoffelbrei, den einfach abfüllen in so Beutel. Gibt es doch so Beutel, die kannst du oben aufreißen, dann kannst du das quasi auch herausdrücken, wie ein Gel. Ich kenne auch Leute die machen sich selber …
Robert
Kartoffelbrei?
Florian
Ja.
Robert
Okay.
Florian
… selber so Reißbällchen, oder so was. Also auch herzhaft und die ist auch quasi wie so eine Gelkonsistenz.
Robert
Na es gibt ja jetzt auch diese Pizza, also diese wie so Powerbar, mit Pizzageschmack.
Florian
Ja. Meinst du von CliffBar diese Organic Dinger?
Robert
Wahrscheinlich, habe ich noch nie gesehen. Irgendwie aus den Staaten. Ich hätte es ja gerne mit Kasspatzen.
Florian
Ja. Gibt es sicher irgendwann.
Robert
Gibt es noch nicht, aber ich habe mir auch gedacht, kannst du einfach Kasspatzen machen, in den Pürierer und dann da rein, aber mal schauen.
Florian
ja, es gibt aber auch schon relativ viele Alternativen. Viele sagen ja auch generell: „Ich mag gar kein Gel und esse dafür die Riegel.“ Also für wen das funktioniert. Ich habe auch manchmal dann ein paar Riegel dabei, die ich halt zwischendrin dann mal esse oder einen halben oder gerade am Anfang, wenn ich eh noch langsamer unterwegs bin esse ich dann eher mal einen Riegel als ein Gel.
Robert
Okay. Wir sind immer noch während des Laufs. jetzt ist nicht immer so ein, na ja, Regenwetter. Manchmal ist es auch mächtig heiß. Du weißt ich schwitze extrem, also wirklich, ja. Mir ist das etwas Gutes. Ich trinke sehr viel, aber natürlich mit viel Wasser oder Iso. Du schwitzt trotzdem alles raus. Wie stehst du zu dem ganzen Thema Salz? Wie oft? Wann? Vertragen das alle, oder hast du da schon mal Erfahrungen gemacht, dass Leute sagen: „Geht überhaupt nicht!“
Florian
Also ich habe jetzt eigentlich schon beides gesehen, so über die Jahre. Es gibt Leute die trinken wirklich nur reines Wasser und nehmen gar kein extra Salz und es gibt Leute die sagen, die nehmen extrem viel Salz zusätzlich, um auf der sicheren Seite zu sein quasi.
Robert
Also bei mir zum Beispiel. Alle anderthalb Stunden, wenn es warm ist, nehme ich mit einem großen Schluck Wasser ein Gramm Salz.
Florian
Ein Gramm, ja das ist auch schon relativ viel.
Robert
Ja.
Florian
Ja.
Robert
Aber ich schwitze halt auch sehr viel.
Florian
Ja. Ja, ich glaube im Grunde … Es ist immer schwierig pauschal zu sagen. Ich glaube man kann das auch nur herausfinden. Es gibt auch einfach Leute, die schwitzen einfach mehr Salz aus und es gibt Leute die schwitzen weniger Salz aus, obwohl sie vielleicht die gleiche Menge, vom Schweiß her, schwitzen und, also ich persönlich weiß auch nicht warum das so ist. Bei manchen ist das einfach so. Das hängt sicher auch noch mit anderen Elektrolyten zusammen, die man ja auch ausschwitzt beim Laufen. Das ist ja zum Beispiel das was dann auch in dem Iso-Getränk oft drinnen ist. So Kalium zum Beispiel noch und ich persönlich mache es so … Ich habe jetzt die letzten Rennen immer ein bisschen herumexperimentiert mit Salz. Hatte immer relativ wenig genommen. Also ich schätze mal so, ich war jetzt in Mailand, Transvulcania, da war es jetzt nicht so heiß, wie die letzten Jahre. Da habe ich jetzt immer so 0,5 Gramm alle zweieinhalb Stunden genommen oder so und das war okay.
Robert
Woran merkt man das, also das ich zu viel Mineralien quasi oder zu viel Salz verschwitzt habe und eigentlich mal wieder etwas nehmen müsste? Also wie wirkt sich das aus? Gibt es da irgendwelche Anzeichen?
Florian
Na ja, es gibt ja viele Leute, die sagen dann oft: „Ja ich merke das dann, wenn ich Krämpfe habe.“, oder das ist dann generell viele einfach …
Robert
Aber dann ist es ja eigentlich schon zu spät.
Florian
Ja. Jein, Du kannst halt immer … Ich persönlich hatte jetzt noch nie einen Krampf, generell beim Laufen, deswegen kann ich jetzt aus eigener Erfahrung wenig dazu sagen, aber ich glaube es hilft schon auch akut, wenn du jetzt merkst, „Hey irgendwie, ich habe einen Krampf.“, wenn du dann einfach ein bisschen Salz und ein bisschen Elektrolyte zuführst und meistens, also was ich gehört habe, hilft das dann auch schon, dass es dir in dem Moment wieder besser geht, aber generell ist es halt … Ich finde es auch immer schwierig da auch eine Empfehlung zu geben und zu sagen, man soll jetzt so und soviel zuführen, weil das auch halt auch einfach viele Beispiele gibt und manche brauchen mehr, manche brauchen weniger. Ich glaube auch, ich bin generell immer ein Fan davon, das auszuprobieren und man findet das auch dann raus über die Zeit.
Robert
Also generell, wie auch mit der Verpflegung, was man verträgt und so weiter, vorher im Training schon mal testen.
Florian
Ja.
Robert
Zieleinlauf. Was ist das erste, was du dir an der Zielverpflegung schnappst?
Florian
Ja wahrscheinlich nichts Süßes auf jeden Fall, weil dann kann ich nichts Süßes mehr sehen. Also zu trinken entweder ein alkoholfreies Bier oder ein normales Bier und irgendwas Chips oder so was oder wenn es so was geben würde, Pizza oder so was oder nach dem Rennen finde ich Käse eigentlich auch ganz cool. Käse und Brezeln oder so was.
Robert
Also Käse, Pizza und Bier.
Florian
Ja so ungefähr.
Robert
Perfekt. Mein Mann.
Florian
Ja.
Robert
Wunderbar. Das war es für heute, würde ich sagen. Wir sehen uns auf jeden Fall nochmal wieder.
Florian
Wenn das Wetter ein bisschen besser ist.
Robert
Und wenn das Wetter ein bisschen besser ist, dann möchte ich nämlich mit dir auf das Rubihorn. War ich nämlich dieses Jahr noch gar nicht und dann sprechen wir über die anderen Themen: Downhilltechnik und Fastest Known Time. Ich danke Dir Florian. Bis bald.
Florian
Bitte.
Robert
Ciao.
Florian
Ciao.

Meinungen & Diskussion

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