Herbert Reichle – der badische DuraCell Hase

13. Oktober 2014 in Trailrunning

Ein Interview einem Läufer und tollen Menschen über seinen Weg zum Läufer.

Herbert ist ein Phänomen. Er läuft und läuft und läuft… auch Einbrüche die schon so manchen Läufer zum ersten DNF gebracht haben steckt er weg und läuft weiter. Ein echter DuraCell Hase.

Dabei steht Herbert Ausrüstungsgegenständen wie Rucksäcken sehr unbegabt gegenüber. Woher wir uns kennen? Vom Achensee! Wo er wohnt? Bei mir um die Ecke! Da muss man erst zum Laufcamp bei Julia Böttger um Herbert kennen zu lernen.

Ein netter Laufpartner, ein Schneller vorallem, aber auch ein geduldiger. Selbst als Trail- Foto- Model.

Grund genug um ihm ein paar Fragen zu stellen!

Herbert, erzähle, wer bist du?
Herbert: „Ich bin 1957 in Gallmannsweil (bei Stockach) geboren. Meine Eltern hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb und dort durfte ich dann auch immer fleißig mithelfen. 1980 bin ich nach Stockach in eine eigene Mietwohnung gezogen und lernte meine Frau auf der Mettnau in einem Fitnessstudio kennen. Seit der Heirat 1988 wohnen wir in unserer hauptsächlich in Eigenleistung erstellten Doppelhaushälfte neben meiner Schwiegermutter.

Und als meine Frau dann im Frühjahr 2010 eine neue Waage kaufte meinte ich sie soll sie wieder zurückbringen. Die muss kaputt sein. Sie zeigte viel zu viel an.

Herbert kurz vor der Hörnlihütte

Herbert kurz vor der Hörnlihütte beim Arosa Trailrun 50k

Wie bist du zum Laufen gekommen?
Herbert: „In 2000 hatte ich mich zum Beitritt der Männer Fitness Gruppe vom TV Jahn 08 Zizenhausen überreden lassen. Gymnastik und Zirkeltraining! Dann ging es zum Hallenhockey über und Schluss waren noch zwei Matches Schnürles dabei. Da es Freitags war und die Halle eine Mehrzweckhalle ist war diese öfter nicht nutzbar. Zum alternativen Sport wie zB. Radfahrern waren die anderen kaum zu motivieren weshalb der Sport immer wieder ausfiel. Ich aß damals auch noch mehr, oder anders ausgedrückt eher ungesund. Leberkäsweckä usw. was sich auch an meinem Gewicht bemerkbar machte. Die Hosen wurden enger und ich fühlte mich auch nicht mehr wohl. Meine Frau war natürlich auch nicht begeistert. Und als meine Frau dann im Frühjahr 2010 eine neue Waage kaufte meinte ich sie soll sie wieder zurückbringen. Die muss kaputt sein. Sie zeigte viel zu viel an.

Es gab dann eine 4- wöchige Aktion im Fitnessstudio wo ich mich anmeldete. Auch stellte ich die Ernährung um. Innerhalb von sechs Wochen hatte ich 15 hart erkämpfte Kilo weniger. Jetzt mussten neue Hosen her da ich bei angezogener Hose oben rein und unten wieder raus schauen konnte. Jetzt fehlte noch die Kondition. Länger als 100 Meter am Stück laufen schaffte ich nicht. Mein Vorsatz war es dies auch noch zu ändern. Zu der Zeit lief ich schon öfter OL (Orientierungslauf) und schaffte es nicht von einem zum nächsten Posten durch zu laufen. Deshalb fing ich mit laufen an.

Herbert am Mägdeberg

Herbert am Mägdeberg

2011 startete ich meinen ersten Halbmarathon in Singen. Wenn mir dies vorher jemand gesagt hätte, dann hätte ich zu ihm gesagt: du spinnst. Niemals!!! Bei diesem Lauf lernte ich Jürgen aus Schienen kennen der mich zum Schiener Berglauf animierte. Und so nahm es seinen Lauf. In 2011 trainierte ich noch fleißig und beendete zwei Halbmarathons. Es war hart aber eben auch die Herausforderung.

Dein längster oder härtester Lauf? Was für Erlebnisse hattest du?
Herbert: „Dieses Jahr (2014) war der Salomon Zugspitz Ultratrail mit 100km und 5420hm das Highlight. Als ich das geschafft hatte, wusste ich, es geht noch mehr. Du hast mich ja beim Zieleinlauf gesehen wie fit ich noch war.(Anmerkung: Herbert trank im Ziel um vier Uhr morgens Rotwein…)
Ich hatte zwischendrin eine Schwächephase, aber die legte sich wieder. Beim Downhill vom Osterfelder Kopf von 2029 m Nachts um 3 Uhr runter nach Grainau auf 744m ins Ziel hat es doch erst so richtig Spaß gemacht!

Herbert mit seinem Ziel-Viertele

Herbert mit seinem Ziel-Viertele

Deine nächsten Läufe, was hast du vor?
Herbert: „Jetzt bin ich gerade unterwegs nach Davos wo ich morgen den Swiss Irontrail T81 laufe. Es gibt drei Qualipunkte die mir noch für den UTMB 2015 fehlen.

Bei einem solchen Pensum an Läufen, wie regenerierst du?
Herbert: „Mindestens 1 Ruhetag in der Woche! Alternativtraining und wenn es geht mindestens einmal pro Woche ins Fitness. Bodyforming und/oder Hot Iron® Kraft- und Koordinationstraining.
Aber auch mal mit dem Fahrrad ins Geschäft (50km mit 700hm) und Abends natürlich wieder zurück.

Deine Tipps für Laufanfänger/ Anfänger mit Trail und Ultraläufen?
Herbert: „Raus in die Natur! Laufen, und wenn es nicht mehr geht Gehpausen einlegen. Den Genuss der Natur genießen.

Herbert am Hegaukreuz

Herbert am Hegaukreuz

Was möchtest du unbedingt noch machen?
Herbert: „UTMB, Marathon de Sable und Tore de Geants.

Herbert, ich danke Dir für Deine Worte und freue mich dich bald wieder in der Marienschlucht, dem Donautal oder wo auch immer (Allgäu Vertical!!! Dich packe ich 2015!) zu treffen!

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