Drei Zinnen Lauf 2016 – mein Tag an der Strecke

22. September 2016 in Trailrunning

Der Drei Zinnen Lauf oder auch Südtirol Drei Zinnen Alpine Run beginnt mit Schnee und Wolken. Kann es besser werden? Ja! Auf jeden Fall hat sich das frühe aufstehen, das warten auf den Shuttle und die kühlen Momente auf über 2.400m an der Drei-Zinnen-Hütte gelohnt. Festgehalten in Bildern und Worten mein Tag beim Drei-Zinnen-Lauf.

Italiener sind alles Akademiker. Zumindest wenn es um Pünktlichkeit und das „akademische Viertel“ geht. Mein Bus-Shuttle von Sexten zur Auronzo Hütte sollte 8:30Uhr fahren. die Busse und die Fahrer waren da, nicht aber diejenigen die die Tickets prüfen.

Kurze Zeit später kommt eine Dame und sagt das wir erst um 9Uhr los fahren da noch nicht entschieden wude ob der Hubschrauber fliegen kann, also die Originalstrecke gelaufen wird oder nur die Ersatzstrecke zum Helm hinauf.

Das wäre echt doof und recht langweilig.

9:05Uhr: Jetzt ist klar das die Original-Strecke zur Drei Zinnen Hütte gelaufen wird. Die Busse werden gefüllt und es geht los.

Abfahrt des Shuttle-Busses in Sexten

Abfahrt des Shuttle-Busses in Sexten

Fahrt mit dem Shuttle-Bus zur Auronzo Hütte

Fahrt mit dem Shuttle-Bus zur Auronzo Hütte

Fast eine Stunde fahren wir via Innichen, ein Stück Richtung Venedig bis zur Auronzo Hütte auf 2.400m Höhe. Das spart ungemein Höhenmeter und Distanz. Mein Rucksack mit dem Equipment wiegt immerhin über 10 Kilo. Die Fahrt über redete ich mit der netten Dame aus Landsberg. Sie wollte eigentlich hoch wandern, entschied sich aber aufgrund des Wetters zum Shuttle.

Das Wetter: Leichter Schneeregen bei 8 Grad. Da jedoch kaum Eind geht ist es angenehm und erträglich. Auf dem breiten Weg zur Lavaredo Hütte überhole ich vielen Tageswanderern. Und alle schütteln den Kopf angesichts meiner kurzen Hose. Mir ist indessen jedoch so warm das ich die Jacke ausziehen muss.

Die Drei Zinnen

Die Drei Zinnen

Die Drei Zinnen im Morgenlicht

Die Drei Zinnen im Morgenlicht

Weg zur Drei Zinnen Hütte

Weg zur Drei Zinnen Hütte

Was für ein Arbeitsweg heute Morgn. Über den Pass an der Lavaredo Hütte vorbei an den Drei Zinnen. Mit dem Puderzucker aus Schnee und der Sonne welche sich durch die Wolken kämpft bildet es eine mystisch schöne Stimmung. Schon vom Pass aus kann ich die Drei Zinnen Hütte sehen. Dort ist das Ziel für die Läufer und nach 50 Minuten habe ich es geschafft.

Wechselsachen

Wechselsachen

Das Ziel ist aufgebaut, die Verpflegung besetzt und auch der Hubschrauber hat alle Kleidersäcke nach oben transportieren können. Mir kommt die Zielgasse etwas seltsam vor und ich frage mich durch ob doch nicht die Originalstrecke gelaufen wird.

Leider nicht. Büllelejoch-Pass fällt wegen Schnee aus. Gut das wir gestern schon die Originalstrecke abgelaufen sind.

Ein Plan B muss her. Ich entscheide mich für ein paar Locations ca. einen Kilometer vor dem Ziel. Nicht so spektakulär wie meine eigentlich Idee, aber Improvisation gehört zum Fotografen-Leben dazu. (dazu auch mal beim Interview mit Dominik Berchtold reinhören)

Petru Mamu: Sieger des Drei Zinen Lauf 2016

Petru Mamu/ Eritrea: Sieger des Drei Zinen Lauf 2016

Der zweitplatzierte Mann

Der zweitplatzierte Mann: Hannes Perkmann aus Bozen/ Italien

Der dritte Mann

Der dritte Mann: David Schneider aus Österreich

Lange dauert es nicht und der erste Mann kommt angerannt. Petru Mamu, ein Berglaufspezialist aus Eritrea, sprintet mit einer Lockerheit den Berg hoch. Ich bin ehrlich beeindruckt. Schaffe ich seine Geschwindigkeit noch nicht mal im Flachen.

Auch Hannes Perkmann und David Schneider sind schnell unterwegs, können jedoch Petru nicht gefährlich werden. Zu groß der Abstand.

Mehr gefällt die Stelle und der Hintergrund. Daher bleibe ich noch viele Läufer und lege mich ins Gras um eine anere Perspektive zu bekommen.

Auf dem letzten Kilometer

Auf dem letzten Kilometer

Der vierte Rang

Der vierte Rang

Nicht mehr weit bis zur Drei Zinnen Hütte

Nicht mehr weit bis zur Drei Zinnen Hütte

Nicht mehr weit bis zur Drei Zinnen Hütte

Nicht mehr weit bis zur Drei Zinnen Hütte

Auf dem letzten Kilometer

Auf dem letzten Kilometer

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Hendrik Auf'mkolk ist erster des Asics Frontrunner Teams

Hendrik Auf’mkolk ist erster des Asics Frontrunner Teams

In Sexten sind wir eine ganze Gruppe. Ich bin hier zusammen mit anderen vom Asics Frontrunner Team. Als erster Frontrunner kommt Hendrik Auf’mKolk bei mir vorbei.

Über Wiesen und Bäche

Über Wiesen und Bäche

Der erste Dame

Der erste Dame

Laufen vor der Kulisse der Sextner Sonnenuhr

Laufen vor der Kulisse der Sextner Sonnenuhr

Überall Schotter: Und mittendrin ein Weg.

Überall Schotter: Und mittendrin ein Weg.

Ich springe mit der Kamera im Kreis. Laufe mit den Läufern mit, verstecke mich hinter Steinen, lege mich in den Matsch oder fotografiere von oben herab. Ab und zu zeigen sich die Türme der Drei Zinnen. Das muss natürlich mit aufs Bild geben doch die Berge den Namen für die Veranstaltung.

Immer mehr Läufer kommen an mir vorbei. Jung und alt. Leise und konzentriert, manchmal aber auch laut keuchend. Ein spannender Mix.

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Auf dem letzten Kilometer

Auf dem letzten Kilometer

Auf dem letzten Kilometer

Auf dem letzten Kilometer

Über Bäche mit Dolomiten Panorama

Über Bäche mit Dolomiten Panorama

Über Bäche mit Dolomiten Panorama

Über Bäche mit Dolomiten Panorama

Carsten Schneehage: Schnell und trotzdem Zeit für Späße

Carsten Schneehage: Schnell und trotzdem Zeit für Späße

Letzte Woche noch ist Carsten vom Team Rock’n Trail beim Transalpine Run 7 Etappen über die Berge gelaufen. Als Vorläufer. Alleine. Jeden Morgen. Und heute? Locker leicht rennt er in einer sehr guten Zeit und ohne erkennbare Schweißtropfen dem Ziel entgegen. Chapeau!

Mit Blick zu den Drei Zinnen geh es auf die letzten Meter

Mit Blick zu den Drei Zinnen geh es auf die letzten Meter

Rieke Westermann vom Asics Frontrunner Team

Rieke Westermann vom Asics Frontrunner Team

Lea Bäuscher und Dennis Pemsel vom Asics Frontrunner Team

Lea Bäuscher und Dennis Pemsel vom Asics Frontrunner Team

Bald kommt Rieke Westermann als erste Dame in der Altersklasse W30. Fast hätte ich sie verpasst. Aber sie ruft mir zu und ich jage hinterher um ein Bild von hier machen zu können.

Einige Zeit geht es Schlag auf Schlag und Lea Bäuscher und Dennis Pemsel kommen. Ebenfalls Asics Frontrunner. Wenn ich bedenke das Dennis vorgestern und gestern mit mir zusammen über 2.000hm und gut 30km gelaufen ist, dann ist er heute immernoch richtig gut draf.

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Große Schritte für große Schongauer Jungs

Große Schritte für große Schongauer Jungs

Judith Havers vom Asics Frontrunne Team hängt die Männer ab

Judith Havers vom Asics Frontrunner Team hängt die Männer ab

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Das Läuferfeld des Drei-Zinnen-Lauf

Auf dem letzten Kilometer

Auf dem letzten Kilometer

Der Hubschrauber der südtiroler Bergrettung steht im Gras bereit, überall sind Streckenposten und auf einem Stein oberhalb der Strecke wacht ein älterer Bergwachtler mit dem Fernglas über die Läufer.

Dies ist defintiv mein Bild des Tages!

Wir befinden uns hier in hochalpinem Gelände auf über 2.400m. Keine einfache Aufgabe für den Veranstalter die Strecke abzusichern um den 1.000 Teilnehmern ein bestmögliches Lauferlebnis zu ermöglichen. Um so mehr ist den, oft freiwilligen, Helfern zu danken die sich um das Wohl der Teilnehmer kümmern.

Die Entscheidung nicht die Originalstrecke über den Büllelejochpass zu laufen war richtig. Wenn nichts passiert ist alles gut. Wenn aber etwas passiert hätten alle geschrieen wie man nur könnte. Schade, aber 2017 wird es bestimmt klappen.

Rettungskräfte entlang der Strecke

Rettungskräfte entlang der Strecke

Für den Fall der Fälle: Der Rettungshubschrauber

Für den Fall der Fälle: Der Rettungshubschrauber

Bergkulisse in Südtirol

Bergkulisse in Südtirol

Vor der Kulisse der verschneiten Dolomiten

Vor der Kulisse der verschneiten Dolomiten

Der letzte Anstieg mit Blick zu den Drei Zinnen

Der letzte Anstieg mit Blick zu den Drei Zinnen

Die Kraft aus den Armen in die Beine drücken

Die Kraft aus den Armen in die Beine drücken

Der letzte Anstieg

Der letzte Anstieg

Die letzten Meter bis ins Ziel muss jeder nochmal beissen. Wer hier noch läuft hat sich geschont. Oder nicht alles gegeben. Die durchgeschwitzten Starter mit Laktathusten werden kurz vor dem Ziel von zahlreichen Zuschauern angefeuert. Viele Begleiter sind mit dem Shuttle-Bus oder dem eigenen Auto zur Auronzo Hütte und dann zum Ziel gewandert um die Läufer zu empfangen.

Beim Ziel standen viele Fans und feuerten an

Beim Ziel standen viele Fans und feuerten an

Auf den letzten Metern das Ziel im Blick

Auf den letzten Metern das Ziel im Blick

Nur noch 200m. Sprint ins Ziel

Nur noch 200m. Sprint ins Ziel

Eileen Arndt vom Asics Frontrunner Team strahlt bis ins Ziel um die Wette

Eileen Arndt vom Asics Frontrunner Team strahlt bis ins Ziel um die Wette

Last, but not least (oder so ähnlich) kommt auch Eileen Arndt von den Asics Frontrunnern ans Ziel. Es geht ein kleines Hügelchen leicht bergab. Dies nutzen viel um nochmal Schwung mit zunehmen. Noch 200m bis zur Zeitnehmung und der Zielverpflegung.

Auch Marina und ihre Schwester Conny kommen endlich an. So wie die beiden lächeln … da wäre noch was gegangen ;-)

Conny und Marina auf den letzten Metern

Conny und Marina auf den letzten Metern

Besonders beeindruckt war ich von der Range zwischen jung und alt. Viele ältere Teilnehmer waren verdammt stark. Und nach 2.5h kommt, vermutlich, der älteste Teilnehmer ins Ziel. Ich scätze ihn auf über 70. Und er ist richtig fix unterwegs.

Kurz danach ein weiteres „Woooahhhh“-Erlebnis. Ein einarmiger Läufer. Ich kenne es nur zu gut wie beschwierlich es ist einarmig den Berg hoch zu laufen. Der Schwung fehlt und irgendwie läuft es unrund. Super wenn man es trotzdem macht.

Einer der ältesten Teilnehmer kurz vor dem Ziel

Einer der ältesten Teilnehmer kurz vor dem Ziel

Auch einarmig geht es berghoch

Auch einarmig geht es berghoch

Nur noch 100 Meter bis ins Ziel

Nur noch 100 Meter bis ins Ziel

Im Zielgelände herrscht großer Trubel und wem nicht zu kalt ist empfängt nicht nur seine Finisher-Medaillie sondern trinkt und isst noch an der reichhaltigen Verpflegung. Oder macht stolze Zielbilder zur Erinnerung an den Drei Zinnen Lauf 2016.

Ich schliesse mich Eileen an und wir trinken mit einigen Anderen in der Drei Zinnen Hütte noch ein Bier. Der Weg ins Tal muss schliesslich versorgt sein.

Erinnungsfotos

Erinnungsfotos

Der Besenläufer am Ende des Feldes

Der Besenläufer am Ende des Feldes

Bim Abstieg ins Tal lichtet sich der Himmel

Bim Abstieg ins Tal lichtet sich der Himmel

Der Weg ins Tal zieht sich. Unterwegs begegnet uns noch der Besenläufer. MIT Besen. Sensationell.

In der Talabschlußhütte gibt es weitere Biere und Knödel. Endlich Knödel bzw. Schlutzkrapfen. Lecker. Ich hätte mir es wohl nie verziehen wäre ich ohne Stopp an dieser Hütte vorbei gegangen.

Was soll ich sagen … macht den Drei Zinnen Lauf unbedingt mal mit! Nicht nur für Läufer ein Erlebnis. Auch die Zuschauer haben einen schönen Tag.

Vielen Dank an die Veranstalter das wir dabei sein durften und die Organisation. Im nächsten Jahr ist der Termin schon im Kalender eingetragen.

Keep on (Trail)Running.

Bist du den Drei Zinnen Alpine Run auch schon gelaufen oder hast du es vor?

Meinungen & Diskussion

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  1. Kommentatoren Gravatar Bianca sagt:

    Hallo Robert,
    was sind das nur für Bilder!! Danke für diesen Bericht, der mich nur noch neugieriger auf’s Trailrunning macht. Eine Frage von einer Unwissenden: Was hat es denn mit dem Besenläufer auf sich? Und auf welchen Run geht’s für Dich als nächstes!
    LG
    Bianca von lebedraussen! :)

    1. Kommentatoren Gravatar Robert sagt:

      Hey Bianca,
      ausprobieren. Unbedingt!
      Der Besenläufer ist der letzte Läufer. Meist vom Organisator. Er kehrt quasi die Strecke und schaut das keiner mehr drauf ist oder vergessen wurde..
      Bei mir steht als nächstes der UTLO (UltraTrail Lago d’Orta) an. Endlich wieder Italien.

  2. Kommentatoren Gravatar Steve sagt:

    Starke Bilder!

    Du wohnst doch mittlerweile dort unten oder? ;-)

    1. Kommentatoren Gravatar Robert sagt:

      Och, schö wäre es :-)

  3. Kommentatoren Gravatar Gregor sagt:

    Also da kann ich mich dem Steve nur anschließen.

    Echt coole Bilder, ich glaube nächstes Jahr mache ich da auch mit und dann will ich auch so ein Bild von mir sehen ;-)

    Gruß
    Gregor

    1. Kommentatoren Gravatar Robert sagt:

      Machen wir. Große Laufgruppe wenn ich das in den Kommentaren so mitbekomme.

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