Das perfekte Trailrunning-Foto (Teil II): Equipment

5. Februar 2016 in Fotografie

Die richtige Ausrüstung ist entscheidend für das Endergebnis. Dabei spielt jedoch weniger die fünf-hundertste Funktion eine Rolle, sondern viel mehr der Einsatzzweck und das du damit umgehen kannst.

„Mit dem richtig teuren Zeug machst du automatisch die besseren Bilder.“

Das diese Aussage nicht stimmt habe ich bereits in der Einleitung anhand der Restaurant-Geschichte geschildert. Auch mit weniger kostenintensiver Ausrüstung kannst du sehr gute Ergebnisse erzielen.

eBook "Das perfekte Trailrunning-Foto"

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Was willst du? Profi oder nicht

Zuerst ist es wichtig zu Wissen was du willst. Möchtest du mit deinen Bildern Geld verdienen? Für Magazine Bilder produzieren oder einfach nur für dich und deine Lieben Erinnerungen festhalten (die aber mit dem AHHHHHH-WOOAHHH-Effekt ausgestattet sind)? Das ist für die Wahl der richtigen Ausrüstung unablässig. Was nutzt dir die teure Spiegelreflex, wenn du eigentlich nur laufen willst und ab und zu einen tollen Eindrucken einfangen möchtest? Und die Kompaktkamera oder das Smartphone ist auch nur bedingt dafür geeignet für Hochglanz-Magazine oder Bücher Bilder einzufangen.

Du hast dich entschieden für was bzw. wegen was du die Fotoausrüstung benötigst?

Beim Trailrunning ist dein Foto-Equipment zum Teil extremen Bedingungen wie Staub, Wasser o.ä. ausgesetzt

Beim Trailrunning ist dein Foto-Equipment zum Teil extremen Bedingungen wie Staub, Wasser o.ä. ausgesetzt

Besonderes Equipment für Trailrunning-Fotografen

Eigentlich unterscheidet sich die Ausrüstung kaum von Outdoor- oder Landschaftsfotografen. Neben dem Zoom-Objektiv sollte auch immer ein Weitwinkel dabei sein. Dazu demnächst mehr in Teil III „Motiv/ Perspektive“. Welche Eigenschaften sollte eine gute Kamera haben die besonders in unserer Sportart von Nöten ist?

Allgemein

  • Wasserdicht bzw. Spritzwasser-geschützt
    Erinnern wir uns an die vielen verregneten Wettkämpfe in den letzten Jahren spielt dieser Punkt eine entscheidende Rolle. Schliesslich soll die Ausrüstung lange halten und nicht nach ein paar Stunden defekt sein.
  • Das Gewicht
    Denke beim Kauf deiner Ausrüstung, sei es Objektiv oder Kamera, daran, du musst es mit auf den Trail nehmen. Wenn du keine Lust hast immer mit sechs Kilo zusätzlich unterwegs zu sein, dann schau nach leichterem oder kleinerem.
    Zum Beispiel beim Objektiv-Kauf solltest du dir überlegen ob es das lichtstarke F 2.8 Objektiv sein muss, oder das leichtere F 4.0 Modell.
  • (Auslöse-) Geschwindigkeit
    Je mehr Bilder pro Sekunde desto besser. Oft fotografierst du in Reihenaufnahme und erhöhst die Chance des perfekten Momentes. (Auch wenn dies beim Trailrunning nicht so entscheidend ist wie z.Bsp. Beim Volleyball)

Kamera

  • Hohe ISO-Werte möglichst rauschfrei darstellen (ISO 1000 sollte noch gut darstellen)
    Je höher der ISO-Wert (Lichtempfindlichkeit), desto mehr „rauscht“ das Bild. Dies kommt daher, weil die fehlenden Pixel (durch die Dunkelheit) hochgerechnet werden. Da wir auch oft im Dunkeln oder im Wald fotografieren möchten und mindestens 1/400 Belichtungszeit haben sollten, muss der ISO-Wert erhöht werden. Kameras welche dann zu stark aufrechnen und verrauschte Bilder speichern, empfehle ich nicht.
  • Manuell einstellbar
    Automatik-Programme wie „Sport“ oder „Nahaufnahme“ mögen schön sein, aber eine manuelle Einstellung sollte immer auch möglich sein.
  • „Scharfstell-Punkte“ / AF-Mess Felder
    Um nicht immer nur die Bildmitte scharf stellen zu können bzw. Die Kamera sich selbst den Punkt heraus suchen zu lassen welcher scharf gestellt wird, sollte die Kamera Mess-Felder bereitstellen. Diese müssen auch manuell wählbar sein.
  • Selbstauslöser
    Praktisch um sich selbst beim Laufen zu fotografieren. Action-Kameras wie die GoPro oder Garmin Vibe haben sogar die Möglichkeit, solange auszulösen (oder aller 1 Sekunde etc.) bis es wieder deaktiviert wird.

Fehlt ein Punkt? Rein in die Kommentare und ich ergänze es.

Wenn Geld keine Rolle spielt: Die Profi-Ausstattung

Solltest du vorhaben die Fotografie etwas professioneller zu betreiben, kommst du um eine entsprechende Ausrüstung nicht vorbei. Eine DSLR (Digitale Spiegelreflexkamera) sollte es schon sein. In jedem Fall Vollformat um bei den Objektiven die Brennweite auch ausnutzen zu können. (Bei Kameras ohne Vollformat muss man ca. den Faktor 1.5 x Brennweite rechnen. Ein 18mm Objektiv hat dann auf einmal mindestens 27mm.) Suche dir die Kamera aus welche dir am Besten in der Hand liegt. Denke daran: Später hast du sie zeitweise auch beim Laufen locker in der Hand. Da muss es passen und nicht zu schwer sein. Darum entschied ich mich auch vor 15 Jahren für Canon.

Neben der Kamera ist eine gute Variation an Objektiven wichtig. Es muss nicht unbedingt das Original von Canon (Nikon) sein. Tamron, Sigma o.ä. tut es auch. Achtet auf die Qualität, schaut Testbilder an und lest die Rezensionen in Foren. Ein Kit-Objektiv, wie meist mitgeliefert, ist ein guter Start, mehr jedoch meist nicht.

Investiert im Zweifel in das bessere Objektiv als die Kamera.
Eine Canon 6D mit gutem Objektiv ist mehr Wert als eine Canon 1D x mit Billig-Objektiv!

Für den Start reicht ein Zoom-Objektiv (z.Bsp. 70-200mm) und ein Weitwinkel (17-35mm oder 24-85mm). Ob es dann die lichtenstarken Profi-Rohre mit Blende F2.8 sind oder die etwas günstigeren, und vor allem leichteren, F 4.0 musst du für dich entscheiden. Ich wählte damals die F 2.8 Varianten da ich ebenfalls in dusteren Turnhallen Volleyball fotografierte. Würde ich heute ein neues Objektiv kaufen würde ich mich für das leichtere F 4.0 entscheiden.

Neben Kamera und Objektiv solltest du genügend Ersatzakkus besitzen, eventuell einen Blitz und natürlich einen Rucksack oder eine Tasche in der das ganze Equipment verstaut werden kann. Ein großer Laufrucksack oder Wanderrucksack bis 30l tut hier gute Dienste, sitzt und es kann auch ein Stück gerannt werden.

Für den schmaleren Geldbeutel

Nicht immer ist das Ziel Bilder zu verkaufen. Für die eigene Erinnerung, den „Dia“-Abend, für Facebook, Instagram und Co. braucht es nicht zwingend große Kamera-Systeme. Es geht auch Kompakt.

Mit preisgünstigeren Kompaktkameras (z.Bsp. Panasonic Lumix) oder ActionCams (z.Bsp. GoPro oder Garmin Vib) lassen sich mitunter auch sehr gute Ergebnisse erzielen. (siehe beim Sascha auf Instagram, er nutzt eine „Hama HD Star“ oder Foxletics der auf die Garmin Virb setzt)

Die Tipps bezüglich Größe und Wasserresistent empfehle ich dir hier besonders zu beachten. Vor allem wenn du die Kamera überall dabei haben willst, sollte sie in deinen (Lauf-) Rucksack, möglichst vorne in die Tasche, passen.

DER Appell – mache dich mit dem Gerät vertraut

Egal ob günstig oder teuer. Eine Funktion oder Tausend. Die beste Kamera nutzt dir nichts, wenn du dich nicht in die Funktionen und Bedienung einarbeitest. Ob Video-Tutorials, Bedienungsanleitung oder (Online-)Foto-Kurs: Beschäftige dich mit der Kamera, gehe raus und teste alles. Nur wenn du deine Foto-Kamera kennst wirst du Spaß an der Trailrunning-Fotografie haben.

Nicht selten muss es manchmal schnell gehen und vielleicht hast du nur die eine Chance (die Führungsgruppe beim Wettkampf), dann ist es wichtig schnell alle Einstellungen parat zu haben.

Meine Foto-Ausrüstung

Meine Foto-Ausrüstung

Ausrüstung – was ich nutze

Weder möchte ich mich Profi nennen, noch mache ich ausschliesslich Fotos für die eigenen Zwecke. Ich bin noch der typische Semiprofi. Und zwar ein sehr anspruchsvoller. Ich möchte die best-mögliche Qualität haben, jedoch auch flexibel und nicht zu schwer unterwegs sein. Daher unterscheide ich mein Wettkampfequipment und jenes, welches ich mitnehme wenn ich bei einem Wettkampf oder Shooting fotografiere.

Während (selbstgelaufenen) Wettkämpfen:
Panasonic Lumix oder GoPro4 BlackEdition

Beide sind wasserdicht. Einerseits gut gegen Regen, andererseits kann ich sie auch mal für Unterwasser-Bilder nutzen. Es gibt ein Einarm-Stativ/ Verlängerung und Ersatzakkus. Bei einem Rennen nehme ich inzwischen lieber die Panasonic mit, da ich hier die Möglichkeit der manuellen Belichtungseinstellung habe (Was besser bei schwierigen Lichtverhältnissen ist) und ein Display mit der Bildvorschau. Die GoPro überzeugt dafür durch Kompaktheit und verzeiht auch mal den Sturz aus einigen Metern auf Stein.

Für (Wettkampf-)Shootings:

Kamera

Objektive

(Die Ausrüstung ist zum Teil schon sehr „alt“ und taugt immernoch wunderbar. Über Jahre hinweg hinzugefügt oder gewechselt.)

Die 5D ist meine Standardkamera für alles. Sie hat einen Vollformat-Sensor, ist gut zu bedienen, wassergeschützt und seit einigen Jahren mein treuer Begleiter. In den meisten Fällen steckt hier mein Lieblings-Objektiv (17-35mm) an. Ich mag große und breite Landschaftsaufnahmen bzw. nah am Läufer zu sein. Für die Zoom-Aufnahmen, um Tiefe zu erzeugen, nutze ich das 70-200mm.

Die 20D habe ich bereits seit über 12 Jahren (!). Ein Kauf welcher sich gelohnt hat. Sie ist schnell und leicht, jedoch kein Vollformat. Sie ist meine Backup-Kamera.

Die 50mm Festbrennweite nutze ich selten, leistet aber in dunklen Situationen treue Dienste. Auch bei Produkt-Fotografie oder Bildern in denen eine große Schärfentiefe gewünscht wird, ist es ideal.
Für den Transport habe ich mir im letzten Jahr den Salomon 35l gekauft. Darin kann ich die komplette Ausrüstung inkl. Mini-Stativ, Akkus, Wechselkleidung und Proviant unterbringen.

Fazit

Um teure Fehlkäufe zu vermeiden solltest du dir zunächst klar werden warum und für wen du fotografierst. In erster Linie soll es dir Spaß machen. Die Ausrüstung muss zu dir passen und weder dich noch deinen Geldbeutel klein bekommen.

Im nächsten Teil geht es um das Thema „Motiv / Perspektive“.

Mit welcher Ausrüstung fotografierst du?

Ergänzung: Es muss Karma sein. Während ich diesen Beitrag schrieb hat sich meine Canon 5D Mark II teilweise verabschiedet. Nicht der Regen, sondern die Kälte haben ihr zu schaffen gemacht und ich gab ihr keine Chance sich zu „regenerieren“. Beim Lauf letzte Woche im Hochschwarzwald gefror vermutlich der Verschluss. Sie geht nun in die Reparatur und ich nutze die Chance für eine neue Kamera.
Nach langen Überlegungen habe ich mich für das Nachfolger-Modell entschieden: die Canon 5D Mark III.

Warum?

Andere Kameras schieden für mich aus. Zum Teil zu wenig robust verbaut, kein Vollformat (da mein Lieblings-Objektiv das 17-35mm ist möchte ich keinen Faktor 1.5 haben) oder zu langsam. Natürlich kratzt der Preis, aber auf 5 Jahre oder mehr gerechnet, lohnt es wieder.
Ausserdem ist es ein Anreiz mehr zu machen, mich zu professionalisieren. Vielleicht probiere ich dann endlich auch Video aus.

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