Schlußläufer beim Allgäu Panorama Ultra Marathon

24. August 2014 in Trailrunning

Axel Reusch suchte, ich meldete mich, und schon war ich gebucht, als Schlußläufer für den letzten Abschnitt von Oberstdorf nach Sonthofen ins Ziel. Eine kleine Trainingseinheit mit 20km und knapp 1.000 Höhenmetern. Perfekt.

Axel Reusch suchte, ich meldete mich, und schon war ich gebucht, als Schlußläufer für den letzten Abschnitt von Oberstdorf nach Sonthofen ins Ziel. Eine kleine Trainingseinheit mit 20km und knapp 1.000 Höhenmetern, perfekt.

Jörn vor dem Start

Jörn vor dem Start

Mein Sonntag Morgen begann früh, sehr früh. Um 2 Uhr klingelte der Wecker. Nach nicht mal vier Stunden Schlaf stieg ich etwas verpeilt aus dem Bett. In weiser Voraussicht hatte ich meine Sachen alle schon am Vorabend zurecht gelegt und musste nicht großartig denken. Das ich meinen Proviant für unterwegs trotzdem vergas war nicht so schlimm, schliesslich gibt es auch im Allgäu Tankstellen und Kioske.

Unterwegs sammelte ich noch Jens ein der sich kurzfristig für den Ultra entschieden hatte. Wie man so etwas „einfach mal so“ rennt, ein Rätsel für mich. Aber er schafft es, relativ easy sogar. Durch die Nacht am Bodensee entlang war ich noch nie so schnell in Immenstadt. Jörn schlief sicher noch, daher lieferte ich Jens erstmal beim Start zur Nachmeldung ab. Kurz danach stand ich bei Jörn vor der Türe, zog mich um und beschallte ihn standesgerecht mit Helene Fischer. Meckernd fuhr er trotzdem mit.

Im Startbereich am Allgäu Outlet war bereits einiges los. Alle drängten sich unter die Dächer da es schüttete und ein kalter Wind um die Ecken bliess. Fast jeder war ein bisschen durchgefroren, aber doch zuversichtlich.
Nachdem ich alle einen Ohrwurm in den Kopf gesetzt hatte und deshalb fast gelüncht worden wäre ging es Punkt Sechs Uhr auf die Strecke. Bin gespannt wann die Petition „Robert darf nicht singen und vor allem nicht Helene Fischer!“ eingereicht wird.

Papparazzo on Tour

Nach einer Stunde ungemütlichen und unruhigen Schlafes im Auto fotografierte ich kurz den Start des Marathons und machte mich dann auf die kurze Zugfahrt nach Oberstdorf. Kein Besuch in Oberstdorf ohne zumindest im NTC „Hallo“ gesagt zu haben. Heute war Yvi da. Aufgrund der Witterung sprang noch eine Regenhose raus. Ideal zum Laufen und dreckig machen.

Als Schlußläufer musste ich erst 14:30 Uhr auf die Strecke und so rannte ich auf der Strecke den Läufern entgegen. Kurz vor dem Freibergsee kam Philipp Quake vom DynaFit Team als Erster. Dann lange nichts bevor es nach und nach Läufer tropfte. Gitti Schiebel als erste Dame erwischte ich auch. (sorry, hab dich mit dem riesigen Cape nicht erkannt)

Gitti Schiebel als erste Dame

Gitti Schiebel als erste Dame

Philipp Quack führt das Feld

Philipp Quack führt das Feld

Matthias Baur

Matthias Baur

Downhill im Wald

Downhill im Wald

Die Zeit verging wie im Flug und auf dem Weg zurück zur Erdinger Arena in Oberstdorf überholten mich auch noch Markus und Jens. Alle gut drauf. Eine Cola gönnte ich mirebenfalls und machte es mir dann an der Strecke oberhalb der Ski- Sprungschanze gemütlich. Alle bekannten Gesichter liefen durch und mussten sich den ein oder anderen blöden Spruch gefallen lassen. Gehört dazu!

Die letzte halbe Stunde chillte ich dann noch neben den schmerzverzerrten Gesichtern auf den Massagebänken, schlief und aß.

Laufen in der Sonne

Laufen in der Sonne

Oh Tannebaum – Lametta behangen bis ins Ziel

CuttOff war 14:30 Uhr in Oberstdorf, die Tore wurden geschlossen und in der Verpflegung war niemand mehr. Es konnte für uns losgehen! Einerseits der Besenradler, und ich. XXX(blödes Namensgedächtnis, helft mir!)XXX blieb noch in der Arena und ich machte mich auf den Weg  traf aber bereits kurz danach auf den letzten Läufer. Zusammen mit ihm ging es Richtung Gaisalpe. Das er sogar meine kleinen Tipps zum Laufen mit Stock annahm und auch umsetzte, fand ich Klasse.

An der Gaisalpe schlürfte ich die Cola Reste und gab dem Kölner einen Vorsprung von rund fünf Minuten um dann ein wenig rennen zu können. Mit XXX(blödes Namensgedächtnis, helft mir!)XXX einigte ich mich das er die „Hardware“, also Schilder, mitnimmt und ich die „Software“, also Bänder zur Wegmarkierung.

Am Ende des Feldes

Am Ende des Feldes

Immer an den Verpflegungsposten konnte ich die Bänder in den Müll werfen, aber bis dorthin sah ich aus wie ein mit Lametta behangener Weihnachtsbaum. Es lag auch einiges an Müll auf dem Weg. Das ärgerte mich sehr, sollte es doch kein Problem sein die leeren Gel- Verpackungen wieder mit einzustecken. Auch das sammelten wir ein. Schliesslich wollen wir das die Veranstaltung (und andere) weiterhin durchgeführt werden dürfen.

Warum mitten im Wald auf dem Weg Becher weggeworfen werden, keine Ahnung. Ich bin dafür keine Becher mehr zu vergeben und jeder muss seinen eigenen mitnehmen, schliesslich sollten wir uns auch von der Müllschlacht den es bei den Straßenwettkämpfen gibt distanzieren, und zwar deutlich!

Steil ging es auf den Sonnenkopf hoch und der Weg war ein einziger Matschhaufen. Inzwischen waren wir auch zwei Damen aufgelaufen und folgten den drei letzten Teilnehmern. XXX(blödes Namensgedächtnis, helft mir!)XXX immer mit dem Rad unterm Hintern, oder auf dem Rücken und ich immer wieder stauenend stehen bleibend ob des grandiosen Anblicks über das Allgäu zum Grünten, bis nach Kempten und den Allgäuer Alpen. Das das Wetter noch so wunderbar wird hätte ich bei dem Sauwetter beim Start am Morgen nicht gedacht.

Allgäu Blick

Allgäu Blick

Grünten und das Allgäu

Grünten und das Allgäu

Oben am Gipfel des Sonnenkopfes zog ich mir trockene Sachen an und lief auf dem Gratweg nochmal ein Stück zurück um dann in einem rasanten Downhill wieder aufzulaufen. Ab hier ging es leider nur noch sehr langsam. Die beiden Damen kamen nicht mehr voran. Die Eine hatte wohl seit vor Oberstdorf Knieprobleme. Warum sie dann allerdings ihre Gesundheit aufs Spiel setzt und weiter läuft, das bleibt mir ein Rätsel. Ich hielt etwas Abstand da ich mich wohl sonst nur aufgeregt hätte ob der Uneinsichtigkeit und wie Menschen ihre Körper verbrennen.

Kurz vor 20 Uhr waren wir dan endlich im Ziel am Wonnemar. Die letzten Kilometer über die Wiesen im letzten Sonnenschein des Tages waren wundervoll. Die lodernden Alpen, grandios. Kein Wunder das hier so viele tolle Aufnahmen von Landschaftsfotografen entstehen. Fast schon zu einfach.

Abends im Allgäu

Abends im Allgäu

Nachdem wir den ganzen Müll abgegeben hatten und Jens meinen Mini- Frust ertragen hatte fuhren wir wieder Richtung Bodensee, natürlich nicht ohne vorher das MCDrive in Sonthofen zu belästigen.
Um 23:45 Uhr ging dann auch mein langer Tag zu Ende. Morgen geht’s nach Luzern. Arbeiten!

Wie immer freue ich mich über das Interesse an meinen Bildern. Gerne dürft Ihr diese auch verwenden, ich bitte euch jedoch einen Link zu diesem Artikel oder der Website zu setzen. Vielen Dank!

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